Vom Zoo in die Wildnis
Abenteuer Auswilderung
Seit 1600 sind über 80 Säugetierarten von der Erde verschwunden. Unzählige weitere Tierarten - sowohl bei den Wirbeltieren als auch bei den Wirbellosen - wurden ausgerottet oder sind vom Aussterben bedroht. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben sich Zoos wie der Tiergarten Nürnberg der Erhaltungszucht bedrohter Arten verschrieben.
Eulen für die Heimat
Nachdem der Tiergarten Nürnberg bereits vor Jahrzehnten Uhus zur Bestandsstützung in Deutschland zur Verfügung gestellt hat, werden nun auch Uralkäuze ausgewildert. Uralkäuze waren über Jahrzehnte im Bayerischen Wald, auch auf tschechischer Seite, ausgerottet.
Mit der weltweit ersten Nachzucht dieser Eulenart im Jahr 1963 half der Tiergarten beim Aufbau einer Zuchtpopulation. 1975 wurde ein deutsch- tschechisch-österreichisches Projekt zur Wiederansiedelung gestartet. Seit 2003 wird der Nachwuchs des Tiergartens zur Bestand-stützung direkt in die Wildnis entlassen. Die fast flüggen Vögel werden in großzügigen Volieren gehalten und nach Öffnung nur zu Beginn noch gefüttert
Vom Tiergarten zurück in die Steppe
Einige der Tierarten, die in freier Wildbahn bereits ausgestorben sind, überleben nur noch durch gezielte Zucht in den Zoos. Die Zoos versuchen, eine Tierart kurz- bzw. mittelfristig in Gefangenschaft zu schützen. Sobald deren Existenz in ihrem natürlichen Lebensraum gesichert ist, macht man sich daran, die Art wiederauszusiedeln. Die Zuchtprogramme müssen also Hand in Hand gehen mit dem Schutz der Lebensräume der bedrohten Tiere.
Oft ist gerader dieser Punkt aus politischen, finanziellen oder sozialen Gründen schwierig und vor allem langwierig. Ein Beispiel für die Rettung einer Tierart durch Nachzucht ist das Przewalski-Pferd, das Urwildpferd, von dem unsere heutigen Hauspferderassen abstammen. In seiner ursprünglichen Heimat, der Mongolei und China, wurde es in den 60er Jahren ausgerottet. 1992 begann die Christian Oswald Stiftung ein Projekt, Urwildpferde in der Mongolei wiederanzusiedeln, das heute von der International Takhi(=Urwildpferd) Group fortgeführt wird. Der Tiergarten Nürnberg beteiligt sich mit Pferden aus seiner Zucht an diesem Projekt. Die Tiere dazu kommen aus verschiedenen Zoos, um die genetische Vielfalt zu sichern und Inzucht zu vermeiden.
1997 wurde eine erste Gruppe von Urwildpferden im Naturreservat Gobi B wieder in die Steppe entlassen. Zwei weitere Gruppen, teils mit Halsbandsendern markiert, folgten 1998. Im Jahr darauf stellte sich bereits der erste Nachwuchs ein: zwei Fohlen, im Jahr 2002 sogar 10 Fohlen in der Natur. Mittlerweile hat sich der Bestand auf 36 Tiere im Freiland und 22 Pferde in Gehegen erhöht.
Mit den angestammten Lebensraumbedingungen - extreme Witterungsverhältnisse und der ständigen Bedrohung durch Wolfsrudel - kommen die Pferde gut zu Recht.
Aktuelle Information: www.takhi.org





