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Gepardennachwuchs im Tiergarten Nürnberg

Im Tiergarten der Stadt Nürnberg gibt es Nachwuchs bei den Geparden. Fast genau zwei Jahre nach ihrem letzten Wurf brachte Gepardenmutter Kelly am Mittwoch, 21. März 2012, wieder Nachwuchs zur Welt....

16.05.12 14:06
Copyright: Tiergarten Nürnberg

Energiesparen mit dem Kohlendioxid-Rechner

Wenn’s ums Geld geht informieren wir uns gerne und ausführlich: Wo finde ich die günstigsten Tankstellen, die billigsten Handytarife, die preiswertesten Versicherungen? Wie viele Monate muss ich im Voraus buchen, damit das Fernreiseticket bezahlbar bleibt? Manche Zeitgenossen sind Schnäppchenjäger aus Passion, andere verlaufen sich gezwungenermaßen im Tarifdschungel. Wer Geld sparen will, sichtet Tabellen und taucht ins Kleingedruckte ab. Das kostet Zeit. Da dürften zehn Minuten zur Berechnung der persönlichen CO2-Bilanz eigentlich gar nicht ins Gewicht fallen.

Die Leitwährung des Klimaschutzes heißt Kohlendioxid. Wer nachhaltig und umweltbewusst leben will, sollte versuchen möglichst wenig „Kohlendioxid-Geld“ auszugeben. Sparfüchse finden im Internet verschiedene Kohlendioxid-Rechner, die leicht zu bedienen sind. Bei manchen muss man exakte Verbrauchszahlen eingeben, andere arbeiten mit Schätzungen. Einige beachten nur den reinen Energieverbrauch, andere beziehen den Lebensstil mit ein. Man sollte sich deshalb nicht wundern, dass im Detail unterschiedliche Ergebnisse herauskommen.

Energieverbrauch im Detail: die persönliche Kohlendioxid-Bilanz

Der Online-Rechner des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) gehört zu den ausführlichen Modellen. Die Auswertung enthält zahlreiche Tipps und Anregungen. Der Rechner berücksichtigt nicht nur den Energieverbrauch der Wohnung und des Verkehrsmittels, sondern fragt zum Beispiel auch die Konsum- und Ernährungsgewohnheiten ab.

Neben dem Kohlendioxid wird die Klimawirkung von Methan und Lachgas bilanziert. Methangas entsteht teilweise in großen Mengen bei Viehzucht und Reisanbau sowie bei der Erdöl-, Erdgas- und Kohleförderung. Lachgas kann unter anderem aus Stickstoffdünger freigesetzt werden. Die Anteile beider Klimagase werden in Kohlendioxid-Mengen umgerechnet, die die gleiche klimaschädliche Wirkung besitzen (Kohlendioxid-Äquivalente). Bei Flugzeugen wird neben dem verbrannten Kerosin auch der in großer Höhe ausgestoßene Wasserdampf berücksichtigt (Flugäquivalente). Doch von all diesen Berechnungen bekommt der Online-Benutzer gar nichts mit. Er erhält am Ende eine Gewichtsangabe, die er mit dem bundesdeutschen Durchschnitt vergleichen kann.

Nach Angaben des LfU setzt jeder Erdenbürger durchschnittlich ca. 4 Tonnen Kohlendioxid frei. Als klimaverträglich werden 2,5 Tonnen angesehen. Jeder Einwohner Deutschlands liegt mit 10,88 Tonnen deutlich darüber. Diese verteilen sich wie folgt:

Öffentlicher Verkehr

Strom

Flugverkehr

Öffentlicher Konsum

Privatfahrzeuge

Ernährung

Heizung

Konsum

Auch Fleisch und Tiefkühlkost sind Energiefresser

Wer im Physikunterricht aufgepasst hat, weiß, dass man das Gewicht eines Gases nicht unterschätzen sollte. Im Laufe eines Jahres kommen da viele Tonnen zusammen, die wir gedankenlos durch den Kamin oder das Auspuffrohr jagen.

Heizung, Strom und Verkehr gehören zu den klassischen Kohlendioxid-Emittenten. Weniger bekannt ist dagegen, wie stark sich das Konsumverhalten und die Ernährungsweise auf die Bilanz auswirken. Eine sportliche Mitdreißigerin (50 kg, leichte körperliche Arbeit), die nur pflanzliche Nahrung zu sich nimmt, ausschließlich regionale und saisonale Öko-Produkte einkauft und ganz auf Tiefkühlkost verzichtet, setzt – laut LfU-Rechner – im Jahr 0,91 Tonnen Kohlendioxid frei. Ihr männlicher Kollege, der viel Fleisch isst, täglich auf Tiefkühlprodukte zurückgreift und sich auch sonst wenig um die Herkunft seiner Nahrung schert, verbraucht dagegen 2,44 Tonnen.

Die umweltbewusste Veganerin könnte mit ihrem Diesel-Kleinwagen im Jahr rund 10 800 Kilometer spazieren fahren, bis sie den Fleischliebhaber eingeholt hat. Gewiss, solche Rechenbeispiele mögen absurd sein, aber sie zeigen zumindest Wege auf, die uns aus der Treibhausfalle führen.

Man muss kein Wissenschaftler sein, um sich vorzustellen, wie viel Energie, Wasser und Viehfutter nötig sind, um ein Kilogramm Rindfleisch zu erzeugen. Für jede Kilokalorie an tierischem Eiweiß müssen etwa neun Kilokalorien pflanzliches Eiweiß verfüttert werden, wobei die Gesamt-Öko-Bilanz stark von der Art der Tierhaltung abhängt. Nach einer schwedischen Studie lassen sich in der Öko-Rinderhaltung 40 Prozent an Treibhausgasen und 85 Prozent Energie einsparen.

Weniger Fleisch und wenn, dann vermehrt aus Ökolandbau, dies wäre ein Kompromiss, der sowohl unseren Ernährungsgewohnheiten als auch dem Klimaschutz Rechnung trüge. Wenn man dann auch noch die Erdbeeren im Winter, die Äpfel aus Südamerika und die Treibhaus-Tomaten in den Regalen liegen lässt, ist der erste Schritt getan.

Wege aus der Treibhausfalle

Der Charme eines Kohlendioxid-Rechners liegt in dem spielerischen Umgang mit der Klimawirksamkeit des persönlichen Handelns. Bevor man seine endgültigen Werte eingibt, kann man ausprobieren, wie sich diese oder jene Option auswirkt. Wie viel Kohlendioxid kann ich sparen, wenn ich mit der Bahn fahre anstatt zu fliegen? Wie wirkt sich eine Holz-Pellet-Heizung aus? Was bringt eine Solaranlage? Was geschieht, wenn ich das tägliche Duschen auch mal durch Waschen ersetze?

Es gibt wohl nur wenige Zeitgenossen, die für die Umwelt in Sack und Asche gehen möchten. Die meisten Menschen haben ein Steckenpferd, das sich besonders klimaschädlich auswirkt. Hierzulande genügt bereits ein Blick auf den Parkplatz, wo –schwäbisch ausgedrückt – die „heiligen Blechle“ stehen: die großen und schweren Prestigeobjekte unserer mobilen Gesellschaft. Der Kohlendioxid-Rechner bietet die Möglichkeit, solche Steckenpferde zu erkennen, sie abzuschaffen oder auf anderen Bereichen zu kompensieren.

Kohlendioxid-Rechner fördern das Klimabewusstsein: Unser Verhalten wird zu einer Rechengröße, die mit einer Währung vergleichbar ist. So wie uns der Euro den Wert eines Produktes anzeigt, bezeichnet der Kohlendioxid-Ausstoß in Tonnen pro Jahr die Klimawirksamkeit unseres Lebensstils. Diese Erkenntnis sollte uns zehn Minuten Wert sein.

Mathias Orgeldinger

Links zum Thema:

Kohlendioxid-Rechner des Bayerischen Landesamts für Umweltschutz

Kohlendioxid-Rechner des WWF