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Gepardennachwuchs im Tiergarten Nürnberg

Im Tiergarten der Stadt Nürnberg gibt es Nachwuchs bei den Geparden. Fast genau zwei Jahre nach ihrem letzten Wurf brachte Gepardenmutter Kelly am Mittwoch, 21. März 2012, wieder Nachwuchs zur Welt....

16.05.12 14:06
Copyright: Tiergarten Nürnberg

Steckbrief Eisbär

Freilebender Eisbär
Eisbär in seinem natürlichen Lebensraum
Eisbärin mit ihren Jungen

Systematik

Klasse: Säugetiere, Ordnung: Raubtiere, Familie: Bären, Art: Eisbär

Wissenschaftlicher Name

Ursus maritimus (Phipps 1774), lateinisch: „Bär vom Meer“

Abstammung

vom sibirischen Braunbären, vermutlich vor 200 000 bis 300 000 Jahren

Merkmale

  • vergleichsweise schlanker Körper mit langem Hals
  • schmaler Kopf mit kleinen Augen und Ohrmuscheln
  • paddelartige Tatzen mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen
  • kurzer Schwanz (7 bis 13 cm)
  • fünf kurze, nicht einziehbare Krallen
  • Körper außer Lippen, Nasenspiegel und Teilen der Fußsohle behaart
  • Unterwolle bis 5 cm, Deckhaare am Bauch bis 15 cm
  • Wärme isolierende Speckschicht unter der Haut (bis 10 cm)
  • hohle, fast durchsichtige, Licht leitende Haare
  • 42 Zähne

Farbe

  • Fell weiß bis gelblichweiß
  • Haut, Lippen, Nasenspiegel und Krallen schwarz
  • Zunge blau

Maße

  • Größtes lebendes Landraubtier
  • Männchen: 2,0 bis 2,6 m, selten über 3 m und Schulterhöhe bis 1,6 m
  • Weibchen: 1,8 bis 2,1 m, Schulterhöhe bis 1,4 m

Gewicht

  • Männchen: 300 bis 800 kg, nach historischen Berichten bis zu einer Tonne
  • Weibchen: 150 bis 350 kg, trächtige Weibchen über 500 kg

Verbreitung

  • im gesamten Nordpolargebiet, vor allem nördlich des Polarkreises
  • Alaska, Kanada, Grönland, Spitzbergen und Sibirien
  • Einzelbeobachtungen zwischen 46 und 88 Grad nördlicher Breite

Lebensraum

  • Nordpolarmeer (Packeis, Eisfelder)
  • Inseln und Küstenstreifen (Tundra)

Streifgebiet

  • Eisbären können jährlich viele Tausend Kilometer zurücklegen.
  • Dabei durchstreifen sie pro Jahr Gebiete von ca. 10 000 bis 600 000 Quadratkilometer.

Sinnesorgane

  • Der Geruch ist exzellent ausgebildet. Der Eisbär kann das schneebedeckte Atemloch einer Robbe aus einem Kilometer Entfernung wittern; Kadaver können vermutlich aus über 30 km Entfernung entdeckt werden.
  • Das Gehör ist etwas besser als beim Menschen.
  • Die Sehschärfe ist in etwa mit der des Menschen vergleichbar.

Fortbewegung

  • Eisbären sind Sohlengänger
  • Laufen: bis über 70 km pro Tag, kurze Sprints mit mehr als 40 km/h
  • Springen: an Land bis 4 m weit und 2,3 m aus dem Wasser heraus
  • Klettern: zum Beispiel an Steilhängen mit 45 Grad Neigung
  • Schwimmen: bis zu 9,6 km/h schnell und 65 km am Stück
  • Tauchen: in geringer Tiefe bis 2 Minuten

Nahrung

  • vor allem Ringelrobben, seltener Bart-, Sattelrobben und Klappmützen
  • Kadaver von Walrossen und Walen
  • gelegentlich Kleinsäuger, Vögel, Vogeleier, Fische, Kräuter, Beeren, Seetang
  • Kannibalismus (selten): vor allem durch erwachsene Männchen an Jungtieren
  • Eisbären können bis maximal 12 Monate fasten

Jagdverhalten

  • Pack- oder Treibeis ist für den Jagderfolg unerlässlich
  • Anschleichen an Wurfplätze und Atemlöcher der Robben
  • Antauchen der Robbenruheplätze auf der Eisscholle
  • Lauern vor Atemlöchern bzw. Stellen, die die Robben zum Sonnenbad nutzen
  • Antauchen von Seevögeln (selten)
  • Angriffe auf Walrosse und kleine Wale (selten)
  • Verfolgung von Rentieren an Land (selten)

Sozialstruktur

  • Einzelgänger
  • Junge bleiben bis 2,5 Jahre bei der Mutter

Geschlechtsreife

  • Männchen: mit 5 bis 6 Jahren, im Freiland mit 8 bis 10 Jahren konkurrenzfähig
  • Weibchen: mit 4 bis 5 Jahren

Fortpflanzung

  • Paarungszeit je nach Region von April bis Juli
  • meist konkurrieren mehrere Männchen um ein empfängnisbereites Weibchen

Tragzeit

195 bis 265 Tage

Wurfgröße

  • Zwillinge (70 Prozent)
  • ein Junges (25 bis 30 Prozent)
  • sehr selten Drillinge oder Vierlinge

Geburtenintervall

  • mindestens 3 Jahre (bei erfolgreicher Aufzucht der Jungen)
  • bei Verlust der Jungen 1 Jahr

Geburtsgewicht

500 bis 700 Gramm, in Ausnahmefällen bis 900 Gramm

Geburtshöhle

  • trächtige Weibchen graben im Spätherbst eine Höhle in den Schnee
  • Wurfhöhle meist mit Tunnel (1 bis 3 m lang, selten bis 6 m) und Kessel (ca. 2 bis 3 Quadratmeter)
  • meist an Land unweit der Küste (in so genannten „Höhlengebieten“)
  • in manchen Regionen auch auf mehrjährigem Packeis (Verdriftung)

Entwicklung der Jungen

  • die Jungen kommen hilflos, blind, taub und mit spärlichem Fell zur Welt
  • schnelle Entwicklung durch Eisbärenmilch (anfangs ca. 30 Prozent Fett)
  • Ende des 1. Monats öffnen sich die Augen
  • im 2. Monat brechen die ersten Zähne durch
  • im 2. Monat können die Jungen hören
  • im 3. Monat stehen sie sicher auf den Beinen
  • mit ca. 3 bis 5 Monaten verlassen die Jungen die Geburtshöhle
  • nach Verlassen der Höhle nehmen sie erstmals feste Nahrung zu sich
  • im 4. Monat ist das Milchgebiss vollständig
  • mit ca. 8 bis 10 Monaten können die Jungen ihre erste Beute machen
  • Entwöhnung mit ca. 2 bis 2,5 Jahren (selten früher, zum Beispiel mit 1,3 Jahren)
  • die Jungen verlassen die Mutter nach der Entwöhnung

Lebenserwartung

  • im Freiland 20 bis 35 Jahre
  • Eisbären im Zoo wurden schon 43 Jahre alt

Bestand

  • 20 000 bis 25 000 Tiere in ca. 20 Populationen
  • Status „vulnerable“ (gefährdet) auf der Roten Liste der IUCN.

Natürliche Feinde

  • keine, außer dem Menschen
  • junge und schwache Tiere sind zum Teil von Artgenossen und Wölfen bedroht

Bedrohung

  • globale Erderwärmung (Packeis schmilzt, weniger Zeit für die Jagd)
  • Meeresverschmutzung (giftige Chemikalien, Erdöl)
  • Überfischung (weniger Nahrung für die Robben)
  • Störungen durch Rohstoffabbau, Militär, Schifffahrt, Tourismus
  • kommerzielle Jagd (bei einigen Populationen)
  • illegaler Handel mit Eisbärprodukten (zum Beispiel Gallenblasen)

Schutz

  • internationales Abkommen zum Schutz der Eisbären (1976)
  • regionale Jagdverbote

 

zusammengestellt von Mathias Orgeldinger