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Gepardennachwuchs im Tiergarten Nürnberg

Im Tiergarten der Stadt Nürnberg gibt es Nachwuchs bei den Geparden. Fast genau zwei Jahre nach ihrem letzten Wurf brachte Gepardenmutter Kelly am Mittwoch, 21. März 2012, wieder Nachwuchs zur Welt....

16.05.12 14:06
Copyright Tiergarten Nürnberg

„Hai, nama saya Pinola. Saya Schabrackentapir.“

Schabrackentapir Verbreitung, Foto Tiergarten Nürnberg

Wie, du hast mich nicht verstanden? In Malaysia, einem Land, in dem Schabrackentapire in der Wildbahn vorkommen, reden doch alle Menschen so. In deiner Landessprache heißt das „Hallo, ich heiße Pinola. Ich bin ein Schabrackentapir.“ Meine Artgenossen findest du aber nicht nur auf Malaysia, sondern auch in Thailand, Myanmar und auf der Insel Sumatra. Dort leben die Tiere im feuchtwarmen Regenwald, am liebsten in der Nähe von Wasserstellen. Sie sind nämlich gute Schwimmer. Im Wasser können sie sich abkühlen und finden gleichzeitig auch noch leckere Wasserpflanzen als Zwischenmahlzeit. Am besten schmecken ihnen aber Blätter und junge Triebe von Pflanzen, die sie mit ihrem Rüssel leicht abreißen können. So einen Rüssel kannst du dir vorstellen wie eine lange Nase, die mit der Oberlippe verwachsen ist.

 Mein Rüssel ist sehr beweglich und gut riechen kann ich damit auch. Zurzeit erkunde ich neugierig mein Gehege und auch den Außenbereich, während Mama Indah auf mich aufpasst. Ins Wasserbecken darf ich erst, wenn ich ein bisschen gewachsen bin. Ich könnte zwar schon schwimmen, aber noch ist es zu gefährlich, dass ich die Treppen dorthin herunterfalle.

Wenn du mich besuchst, erkennst du mich leicht an meinem braunen Fell mit hellen Streifen und Punkten. Ich ähnele ein bisschen den Frischlingen, der bei euch heimischen Wildschweine. Erst mit etwa einem halben Jahr, also im Sommer 2012, sehe ich meiner Mama langsam ähnlich. Dann verändert sich meine Fellfärbung und ich bekomme die typische schwarz-weiße Satteldeckenzeichnung. Damit wäre ich im Regenwald optimal getarnt. Von dieser Fellzeichnung stammt auch der Name Schabrackentapir, da damals Satteldecken auch als Schabracken bezeichnet wurden.“

Warum “Pinola“?

Der Name des Schabrackenjungtiers Pinola setzt sich aus dem Namen des Vaters „Pi“ und des Mädchennamens „Nola“ zusammen. Wenn du dich für Fußball interessierst, fällt dir bei dem Namen sicherlich gleich der Fußballspieler des 1.FC Nürnberg Javier Pinola ein. Dieser Spieler inspirierte auch den Tierpfleger des Tapirjungtiers, der selbst großer Club-Fan ist.

Tapir-Arten

Junger Schabrackentapir, Foto: Tiergarten Nürnberg

Auf der ganzen Welt gibt es insgesamt vier Tapir-Arten, aber nur der Schabrackentapir kommt im asiatischen Raum vor. Die anderen Arten leben in Süd- und Mittelamerika. Sie heißen Bergtapir, mittelamerikanischer Tapir und Flachlandtapir. Letztere Art ist auch im Tiergarten Nürnberg zu sehen. Einst gab es viele weitere Tapir-Arten, die vor vielen Millionen Jahren über ganz Eurasien und Amerika verbreitet waren. Heute ist der Bestand dieser Tiere gefährdet. Dies liegt zum einen an Wilderern, die es auf das Fleisch der Tapire abgesehen haben, zum anderen ist die Lebensraumzerstörung der Grund für den Rückgang der Tapire in freier Natur.

Zerstörung des Regenwaldes

Der größte Feind der Tapire ist der Mensch. Die Menschen breiten sich in den Lebensräumen der Tiere immer mehr aus und zerstören diese. Viele Bäume des Regenwaldes werden gefällt und große Waldflächen zerstört, um dort Weideflächen für Vieh oder Ackerland zu schaffen. In diesen Regionen finden die Tiere aber weder Futter noch Unterschlupf und werden somit dort vertrieben.

Du kannst beim Schutz der Tiere aber selber mithelfen! Achte einfach darauf, aus welchem Land die Lebensmittel stammen, die du mit deinen Eltern im Supermarkt einkaufst.

„Nesthocker“ oder „Nestflüchter“?

Tapire sind sogenannte Nestflüchter. Ähnlich wie das Rehkitz oder das Zebra, werden sie im Gras, im Gebüsch oder in der offenen Steppe geboren. Diese Jungen sind nicht hilflos und können bereits nach kurzer Zeit stehen und umherlaufen.

Andere Tierkinder dagegen, wie zum Beispiel Geparden oder auch junge Mäuse, Hamster oder Singvögel kommen klein und hilflos auf die Welt. Die erste Zeit ihres Lebens verbringen sie in einer Höhle, einem Bau oder einem Nest. Sie sind „Nesthocker“.

Einzelkinder und Großfamilien

Wie Menschen bekommen viele Tiere, die man im Tiergarten sehen kann, nur ein Junges - manchmal auch zwei. Zum Beispiel brachte die Giraffendame Kibali am 8. April 2010 ihren Sohn Carlo zur Welt und am 30. Juli 2010 gebar Sissi, eine Somali-Wildeselstute ihre Tochter Sabu. Ein weiteres Beispiel wäre Seto Paitala, die Tochter von Purana, der Panzernashorndame. Seto Paitala wurde am 27. August 2009 geboren.

Im Gegensatz dazu bringen Kaninchen, Eichhörnchen, Schweine, Wölfe oder auch Raubkatzen mehrere Jungtiere zur Welt. Wie zum Beispiel die Geschwister Kubango, Tibati, Kito und Taboro von Gepardin Kelly. Alle Jungtiere zusammen werden übrigens als „Wurf“ bezeichnet.

Einfach süß

Im Tiergarten Nürnberg werden das ganze Jahr über Tiere geboren. Das heißt, man kann zu jeder Jahreszeit welche entdecken.

Eigentlich kannst du Tierbabys sofort erkennen. Zunächst einmal an der Körpergröße: Tierbabys sind natürlich kleiner als die Elterntiere. Aber Moment: Um besser vergleichen zu können, muss bei manchen Tierarten ein erwachsenes Tier in der Nähe sein - schließlich kann man ja nicht von jeder Tierart die tatsächliche Körpergröße kennen!

Im Tiergarten kann man Tiere „live“ und aus nächster Nähe kennen lernen. Dadurch lässt sich die wirkliche Größe eines Tieres gut mit der eigenen Körpergröße vergleichen - anders als bei Tiersendungen im Fernsehen.

Außerdem kann man Tierkinder gut an ihren besonderen Körperproportionen („Proportion“ bedeutet „Größenverhältnis“) erkennen. Tierbabys haben die gleichen Merkmale wie Menschenbabys: Sie sind besonders weich, haben einen großen Kopf, große Augen und einen pummeligen Körper. Außerdem sind sie anfangs noch ziemlich tollpatschig - man muss sie einfach gern haben.

Ein berühmter Tierforscher namens Konrad Lorenz, der viele Jahre beobachtet hat, was Tiere so alles machen, hat hierfür einen speziellen Begriff gefunden: „Kindchen-Schema“. Übersetzen könnte man diesen berühmten Begriff mit dem Satz: „Jeder findet (Tier-)Kinder süß und möchte sich um sie kümmern.“

Bei Wildtieren bleibt das „Kindchen-Schema“ aber nicht allzu lang bestehen. Sie wachsen sehr schnell und sind zum Beispiel schon nach einem Jahr nicht mehr von den Eltern zu unterscheiden.

Allerdings wirkt das „Kindchen-Schema“ nicht bei allen Eltern. So kümmern sich zum Beispiel die meisten Wirbellosen (z.B. Schmetterlinge) aber auch viele Wirbeltiere nicht um ihren Nachwuchs.

Gewusst, was! „Wirbeltiere“ sind Tiere, die eine Wirbelsäule haben.

Fische, Amphibien (z.B. Frösche) oder Reptilien (z.B. Schlangen) legen ihre Eier in der Regel an geeigneten Stellen ab und kümmern sich nie wieder darum. Sie betrachten den geschlüpften Nachwuchs sogar als leckeres Futter! Auch hier gibt es aber Ausnahmen:

  • Skorpione tragen ihre Neugeborenen auf dem Rücken
  • Manche Fischarten bewachen ihre Eier oder beschützen die Brut (z.B. Seepferdchen)
  • Pfeilgiftfrösche bewachen die Eier und transportieren die Kaulquappen an geeignete Wasserstellen
  • Python-Schlangen bewachen und bebrüten ihr Gelege
  • Bienen schützen ihre Eier und kümmern sich intensiv um ihre Larven

Gewusst, was! „Larven“ sind die Babybienen, die noch gar nicht wie eine Biene, sondern wie ein kurzer, dicker Wurm aussehen.

Alle Vögel und Säugetiere betreiben Brutpflege, das bedeutet, dass sich Mutter und/oder Vater um den Nachwuchs kümmern. Der Kuckuck allerdings, ein etwa taubengroßer Vogel, lässt seine Eier von anderen Vogelarten ausbrüten. Die unfreiwilligen Adoptiveltern sorgen dann für das Küken bis das „Kuckuckskind“ flügge wird.

Gewusst, was! „Flügge werden“ bedeutet, dass Vogelkinder selbstständig werden.

Übrigens kann Brutpflege im Tierreich recht unterschiedlich aussehen. Sie reicht vom Bewachen und/oder Bebrüten eines Geleges, über die Fütterung des Nachwuchses, bis zum „Unterricht“ in Sachen „richtiges Verhalten“ (z.B. Futtersuche oder Feindvermeidung). Die zeitlich längste und intensivste Brutpflege finden wir bei uns Menschen: hier dauert die Brutpflege mindestens bis zur Jugend - also viele Jahre!

 

Und nun meldet sich auch noch ein alter Herr zu Wort!

„Nach den ganzen Jungspunden möchte auch ich mich noch vorstellen. Ich bin Fritz der Flachlandgorilla. Ich wurde ungefähr 1963 (das wissen die Tierpfleger nicht so ganz genau) in Kamerun, das liegt in Afrika, geboren. Ich bin somit das drittälteste Tier im Nürnberger Tiergarten. (am ältesten ist der Andenkondor „Jonny“, der über 50 Jahre alt ist, dichtgefolgt vom Delphin Moby, der 2010 50 Jahre alt wurde). Bevor ich 1970 nach Nürnberg kam, verbrachte ich meine Jugend im Tierpark München. Nach einigen „Hochzeitsreisen“ genieße ich nun meine Rente bei Breze und Kräutertee mit 3 entzückenden Damen namens Hakuna Matata, Lena und Bianka in Franken. Diese 3 bilden meinen Harem, von dem ich der Chef bin. So alte Gorilla-Männer wie ich werden auch „Silberrücken“ genannt. Meine Frauen haben insgesamt 6 Kinder von mir in Nürnberg zur Welt gebracht, die nun in Zoos auf der ganzen Welt verteilt leben. Mein Sohn Schorsch, zum Beispiel, lebt mit vielen anderen Gorilla-Männern in einem Zoo auf Teneriffa.

Ich bin eigentlich ganz froh, dass ich in Nürnberg lebe, da es meinen Schwestern und Brüdern in Afrika sicher nicht so gut geht. Leider ist ihr Leben nämlich stark von den Menschen bedroht. Viele von meinen Freunden werden gejagt und getötet. Außerdem gibt es kaum noch Platz für sie zu leben, da ihre Wohnungen zerstört werden. (Abholzung der Regenwälder!!!)“

Gewusst, was! Gorillas gehören zu den bedrohten Tierarten

  • Westlicher Gorilla (Westlicher Flachlandgorilla, Cross-River-Gorilla): man schätzt, dass es nur noch 95.300 Individuen weltweit gibt
  • Östlicher Gorilla (Östlicher Flachlandgorilla, Berggorilla): man schätzt, dass es nur noch 5.700 Individuen weltweit gibt

Gewusst, was! Was kann ich tun, um die Heimat und die Artgenossen von Fritz zu schützen?

  • Kaufe keine Waren aus Indonesien, Malaysia, Brasilien oder Afrika, außer du weißt, dass sie aus fairem Handel kommen. Dass Holz nicht aus dem Regenwald kommt, erkennst du an einem Gütesiegel. Ein Beispiel für solch ein Gütesiegel ist das FSC-Gütesiegel in Amerika. Das garantiert, dass das Holz aus umweltverträglich genutzten Wäldern stammt.
  • Lerne mehr über Regenwälder und die Tiere und Pflanzen, die darin leben. Erzähle deinen Eltern und Freunden, warum Regenwälder wichtig sind.
  • Kaufe recyceltes Papier, z.B. Schulhefte aus recyceltem Papier.