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Aktuelles aus dem Tiergarten

Nachwuchs bei den kleinsten Affen - Gut Ding will Weile haben – oder Partnerwahl ist nicht immer einfach

Erstmals haben die Zwergseidenäffchen im Tiergarten der Stadt Nürnberg Nachwuchs bekommen. Seit 1996 hält der Tiergarten Zwergseidenäffchen im Tropenhaus, aber erst am 12. September 2010 kam es zum lang ersehnten Nachwuchs. Zunächst vermuteten die Tierpfleger zwei Jungtiere, die aber in dem dicht bepflanzten Gehege nicht sicher zu sehen waren. Am 18. September 2010 war klar, dass es sich um ein Jungtier handelt, das sich seither bestens entwickelt.

Erst nach dem dritten Partnerwechsel hat es endlich geklappt. Das Weibchen, das am 17. Februar 2004 aus Frankfurt kam, war mit dem neuen Partner, der am 25. Februar 2009 von Bochum in den Tiergarten Nürnberg zog, erfolgreich. Die vorherigen Paare vertrugen sich zwar ebenfalls gut und auch Paarungen konnten beobachtet werden, nur Nachwuchs wollte sich keiner einstellen. Da einerseits die Fortpflanzung ein klares biologisches Ziel ist und andererseits die Pfleger kleinere Unstimmigkeiten einer Partnerschaft bei den Tieren nicht erkennen können, waren im Laufe der Jahre Partnerwechsel ratsam. Der Tiergarten ist es seinen Pfleglingen schuldig, Wahlmöglichkeiten bei der Partnersuche anzubieten, zumindest bei den sensiblen Arten, bei denen die Individuen bezüglich ihrer Partner wählerisch sind. Das gilt nicht nur für manche Arten der höheren Säugetiere, sondern auch für Vögel wie Geier oder Papageien und sogar für einzelne Reptilienarten.

Die tagaktiven, baumlebenden Zwergseidenäffchen (Callithrix pygmaea) leben paarweise im westlichen Amazonasbecken in Südamerika. Üblicherweise werden Zwillinge geboren, die häufig auch vom Männchen getragen werden. Da Jungtiere lange bei ihren Eltern bleiben, bilden sich Familiengruppen mit bis zu 15 Äffchen. Mit rund 120 Gramm Körpergewicht sind Zwergseidenäffchen die kleinsten Affen, die unter den Primaten nur noch von einzelnen Halbaffen unterboten werden. In der Natur spielt der Saft von Kautschukbäumen in der Ernährung der Tiere eine entscheidende Rolle. Die Affen ernten

den Saft, indem sie die Rinde aufbeißen. Im Tiergarten wird Kautschuk durch Gummi arabicum, den Saft einer Akazienart, ersetzt, der in der Lebensmittelindustrie und als Klebemittel auch für uns eine wichtige Rolle spielt. Nektar, Früchte und Insekten sind weitere wichtige Nahrungsquellen. 

Tiergarten der Stadt Nürnberg
i. A.
Dr. Helmut Mägdefrau
Stellv. Direktor

Tiere von A-Z: Zwergseidenäffchen