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Ich bin´s „Nami“!

Dieser Name hat gleich zwei Bedeutungen. Einmal Nami mit einer Betonung auf ‚a‘ heißt die „Welle“. Andererseits mit einer Betonung auf ‚i‘ bedeutet es die „Schöne“.  Mein Name fängt mit ‚N‘ an. Das hat einen Grund: Ich wurde in Nürnberg geboren. Deshalb habe ich einen Namen, der mit ‚N‘ beginnt. Mein Papa, der Noah wurde auch in Nürnberg geboren. Jetzt weißt du meinen Namen.

Aber errätst du auch, welches Tier ich bin? Genau, ein Delphin. Es gibt eine Vielzahl von Delphinarten. Ich gehöre zu den Großen Tümmlern. In der Natur sind wir in den großen Ozeanen zu Hause. Wir leben häufig in flachen Küstengewässern.

Ich kam am 31. Oktober 2014 auf die Welt. Delphinmütter sind zwölf Monate schwanger, bei Tieren sagt man eigentlich „tragend“. Meine Mama heißt Sunny. Sie ist die beste Mama und ihre Milch schmeckt mir sehr. Mehrmals, bis zu 4-mal in der Stunde trinke ich. Am Anfang war es gar nicht so leicht zu trinken. Ich musste es erst üben. Junge Delphine werden bis zu 18 Monate von der Mutter gesäugt. In den ersten beiden Lebensjahren habe ich sehr viel Kontakt zu meiner Mama.

Die erwachsenen Delphine beobachte ich oft, schwimme nebenher und versuche es nachzumachen. Wir spielen auch zusammen. Die Bälle waren erst ganz neu für mich. Doch nach und nach wurde ich doch neugierig und traue mich an die Bälle. Die Jenny, eine Freundin von Mama, ist grad bei uns im alten Delphinarium. Sie kann sich auch gut um mich kümmern. Dann kann Sunny mal eine Pause machen. Wenn ich müde bin, lasse ich mich einfach von meiner Mama im Wassersog mitziehen. Dabei schlafe ich nie richtig. Bei Delphinen ist immer eine Gehirnhälfte noch wach. So kann ich immer mit einem Auge meine Mama beobachten.

Zurzeit (Februar 2015) bin ich 1,44m groß und wiege 41,9 kg. Am Anfang ist es besonders wichtig, dass ich wachse und kräftig werde. Aber es dauert noch bis zu 7 Jahren bis ich komplett ausgewachsen bin. Männliche Delphine werden bis zu 3,5m lang und 350kg schwer. Die Weibchen werden bis zu 2,5m lang und bis zu 250kg schwer.

Mit einem stromlinienförmigen Körper kann ich mich gut schwimmen. Dabei hilft mir die Schwanzflosse, die Fluke. Wenn ich sie auf und ab bewege, kann ich vorwärts schwimmen. Wenn ich groß bin, kann ich bis zu 45 km/h schnell sein. Die anderen Flossen haben andere Namen. Die vorderen Flossen heißen Flipper und die Rückenflosse heißt Finne. Am Kopf habe ich ein Blasloch um über Wasser Luft zu holen und zu atmen. Ich kann später 10-15 min unter Wasser bleiben ohne Luft zu holen.

Bald darf ich neue Erfahrungen sammeln, wenn wir mit den Seelöwen zusammengeführt werden. Ich bin sehr neugierig…

… und jetzt noch eine große Bitte:

Tu auch Du „Mehr fürs Meer“!

Der Lebensraum meiner Verwandten und vieler anderer Meeresbewohner ist durch unzählige Gefahren, die von den Menschen ausgehen, bedroht: die Meere sind überfischt, d.h. es gibt in manchen Gebieten nur noch wenig Nahrung für Fischfresser. Die Ozeane sind verschmutzt, weil unglaublich viel Müll hinein gekippt wird, häufig ist der Müll auch noch giftig. Dazu kommen giftige Abwässer, Lärm durch Schiffe und U-Boote, Ölbohrungen und vieles, vieles mehr.

Bitte tue deshalb auch DU mehr fürs Meer: vermeide beim Einkauf Verpackungen, verwende Brotzeitdosen, wähle nur Fischarten, die nicht überfischt sind. Achte insgesamt bei euren gemeinsamen Einkäufen darauf, dass die Lebensmittel in der Nähe deines Wohnortes erzeugt wurden und dass sie zur Jahreszeit passen, damit hilfst Du, Energie zu sparen. Bei mir im Nürnberger Tiergarten erfährst du noch mehr, was du für Delphine tun kannst!
Besuche mich doch mal!

„Nesthocker“ oder „Nestflüchter“?

Jungtiere werden häufig in "Nesthocker" oder "Nestflüchter" unterschieden. Zum Beispiel werden Tapire, Rehkitze oder Zebras im Gras, im Gebüsch oder in der offenen Steppe geboren. Diese Jungen sind nicht hilflos und können bereits nach kurzer Zeit stehen und umherlaufen. Sie werden als Nestflüchter bezeichnet.

Andere Tierkinder dagegen, wie zum Beispiel Geparden oder auch junge Mäuse, Hamster oder Singvögel kommen klein und hilflos auf die Welt. Die erste Zeit ihres Lebens verbringen sie in einer Höhle, einem Bau oder einem Nest. Sie sind „Nesthocker“. 

Einzelkinder und Großfamilien

Wie Menschen bekommen viele Tiere, die man im Tiergarten sehen kann, nur ein Junges - manchmal auch zwei. Zum Beispiel brachte die Giraffendame Kibali am 8. April 2010 ihren Sohn Carlo zur Welt und am 30. Juli 2010 gebar Sissi, eine Somali-Wildeselstute ihre Tochter Sabu. Ein weiteres Beispiel wäre Seto Paitala, die Tochter von Purana, der Panzernashorndame. Seto Paitala wurde am 27. August 2009 geboren.

Im Gegensatz dazu bringen Kaninchen, Eichhörnchen, Schweine, Wölfe oder auch Raubkatzen mehrere Jungtiere zur Welt. Wie zum Beispiel die Geschwister Kubango, Tibati, Kito und Taboro von Gepardin Kelly. Alle Jungtiere zusammen werden übrigens als „Wurf“ bezeichnet.

Einfach süß

Im Tiergarten Nürnberg werden das ganze Jahr über Tiere geboren. Das heißt, man kann zu jeder Jahreszeit welche entdecken.

Eigentlich kannst du Tierbabys sofort erkennen. Zunächst einmal an der Körpergröße: Tierbabys sind natürlich kleiner als die Elterntiere. Aber Moment: Um besser vergleichen zu können, muss bei manchen Tierarten ein erwachsenes Tier in der Nähe sein - schließlich kann man ja nicht von jeder Tierart die tatsächliche Körpergröße kennen!

Im Tiergarten kann man Tiere „live“ und aus nächster Nähe kennen lernen. Dadurch lässt sich die wirkliche Größe eines Tieres gut mit der eigenen Körpergröße vergleichen - anders als bei Tiersendungen im Fernsehen.

Außerdem kann man Tierkinder gut an ihren besonderen Körperproportionen („Proportion“ bedeutet „Größenverhältnis“) erkennen. Tierbabys haben die gleichen Merkmale wie Menschenbabys: Sie sind besonders weich, haben einen großen Kopf, große Augen und einen pummeligen Körper. Außerdem sind sie anfangs noch ziemlich tollpatschig - man muss sie einfach gern haben.

Ein berühmter Tierforscher namens Konrad Lorenz, der viele Jahre beobachtet hat, was Tiere so alles machen, hat hierfür einen speziellen Begriff gefunden: „Kindchen-Schema“. Übersetzen könnte man diesen berühmten Begriff mit dem Satz: „Jeder findet (Tier-)Kinder süß und möchte sich um sie kümmern.“

Bei Wildtieren bleibt das „Kindchen-Schema“ aber nicht allzu lang bestehen. Sie wachsen sehr schnell und sind zum Beispiel schon nach einem Jahr nicht mehr von den Eltern zu unterscheiden.

Allerdings wirkt das „Kindchen-Schema“ nicht bei allen Eltern. So kümmern sich zum Beispiel die meisten Wirbellosen (z.B. Schmetterlinge) aber auch viele Wirbeltiere nicht um ihren Nachwuchs.

Gewusst, was! „Wirbeltiere“ sind Tiere, die eine Wirbelsäule haben.

Fische, Amphibien (z.B. Frösche) oder Reptilien (z.B. Schlangen) legen ihre Eier in der Regel an geeigneten Stellen ab und kümmern sich nie wieder darum. Sie betrachten den geschlüpften Nachwuchs sogar als leckeres Futter! Auch hier gibt es aber Ausnahmen:

  • Skorpione tragen ihre Neugeborenen auf dem Rücken
  • Manche Fischarten bewachen ihre Eier oder beschützen die Brut (z.B. Seepferdchen)
  • Pfeilgiftfrösche bewachen die Eier und transportieren die Kaulquappen an geeignete Wasserstellen
  • Python-Schlangen bewachen und bebrüten ihr Gelege
  • Bienen schützen ihre Eier und kümmern sich intensiv um ihre Larven

Gewusst, was! „Larven“ sind die Babybienen, die noch gar nicht wie eine Biene, sondern wie ein kurzer, dicker Wurm aussehen.

Alle Vögel und Säugetiere betreiben Brutpflege, das bedeutet, dass sich Mutter und/oder Vater um den Nachwuchs kümmern. Der Kuckuck allerdings, ein etwa taubengroßer Vogel, lässt seine Eier von anderen Vogelarten ausbrüten. Die unfreiwilligen Adoptiveltern sorgen dann für das Küken bis das „Kuckuckskind“ flügge wird.

Gewusst, was! „Flügge werden“ bedeutet, dass Vogelkinder selbstständig werden.

Übrigens kann Brutpflege im Tierreich recht unterschiedlich aussehen. Sie reicht vom Bewachen und/oder Bebrüten eines Geleges, über die Fütterung des Nachwuchses, bis zum „Unterricht“ in Sachen „richtiges Verhalten“ (z.B. Futtersuche oder Feindvermeidung). Die zeitlich längste und intensivste Brutpflege finden wir bei uns Menschen: hier dauert die Brutpflege mindestens bis zur Jugend - also viele Jahre!

Und nun meldet sich auch noch ein alter Herr zu Wort!

„Nach den ganzen Jungspunden möchte auch ich mich noch vorstellen. Ich bin Fritz der Flachlandgorilla. Ich wurde ungefähr 1963 (das wissen die Tierpfleger nicht so ganz genau) in Kamerun, das liegt in Afrika, geboren. Ich bin somit das drittälteste Tier im Nürnberger Tiergarten. (am ältesten ist der Andenkondor „Jonny“, der über 50 Jahre alt ist, dichtgefolgt vom Delphin Moby, der 2010 50 Jahre alt wurde). Bevor ich 1970 nach Nürnberg kam, verbrachte ich meine Jugend im Tierpark München. Nach einigen „Hochzeitsreisen“ genieße ich nun meine Rente bei Breze und Kräutertee mit 3 entzückenden Damen namens Hakuna Matata, Lena und Bianka in Franken. Diese 3 bilden meinen Harem, von dem ich der Chef bin. So alte Gorilla-Männer wie ich werden auch „Silberrücken“ genannt. Meine Frauen haben insgesamt 6 Kinder von mir in Nürnberg zur Welt gebracht, die nun in Zoos auf der ganzen Welt verteilt leben. Mein Sohn Schorsch, zum Beispiel, lebt mit vielen anderen Gorilla-Männern in einem Zoo auf Teneriffa.

Ich bin eigentlich ganz froh, dass ich in Nürnberg lebe, da es meinen Schwestern und Brüdern in Afrika sicher nicht so gut geht. Leider ist ihr Leben nämlich stark von den Menschen bedroht. Viele von meinen Freunden werden gejagt und getötet. Außerdem gibt es kaum noch Platz für sie zu leben, da ihre Wohnungen zerstört werden. (Abholzung der Regenwälder!!!)“

Gewusst, was! Gorillas gehören zu den bedrohten Tierarten

  • Westlicher Gorilla (Westlicher Flachlandgorilla, Cross-River-Gorilla): man schätzt, dass es nur noch 95.300 Individuen weltweit gibt
  • Östlicher Gorilla (Östlicher Flachlandgorilla, Berggorilla): man schätzt, dass es nur noch 5.700 Individuen weltweit gibt

Gewusst, was! Was kann ich tun, um die Heimat und die Artgenossen von Fritz zu schützen?

  • Kaufe keine Waren aus Indonesien, Malaysia, Brasilien oder Afrika, außer du weißt, dass sie aus fairem Handel kommen. Dass Holz nicht aus dem Regenwald kommt, erkennst du an einem Gütesiegel. Ein Beispiel für solch ein Gütesiegel ist das FSC-Gütesiegel in Amerika. Das garantiert, dass das Holz aus umweltverträglich genutzten Wäldern stammt.
  • Lerne mehr über Regenwälder und die Tiere und Pflanzen, die darin leben. Erzähle deinen Eltern und Freunden, warum Regenwälder wichtig sind.
  • Kaufe recyceltes Papier, z.B. Schulhefte aus recyceltem Papier.