Löwenjungtier wegen schwerer Verletzung leider eingeschläfert
Wegen einer schweren Verletzung musste der Tiergarten Nürnberg am 8. Juli 2026 leider eines seiner vier Löwenjungtiere einschläfern.
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Der Tiergarten der Stadt Nürnberg hält Waldrappe seit 1967. Dabei handelt es sich um eine bis im 17. Jahrhundert auch in Mitteleuropa beheimatete Ibisart. Bereits 1971 begann der Tiergarten mit der Zucht. Zunächst waren die in der Natur fast ausgerotteten Vögel in Volieren neben dem ehemaligen Flusspferdhaus untergebracht, seit 1999 haben sie ihr Zuhause in der umgebauten Großvoliere bei den Raubtieren.
In der Natur war diese Vogelart einst vom Vorderen Orient bis Marokko beheimatet. Heute lebt nur noch eine Kolonie von etwa 200 Waldrappen in Marokko und einige wenige Individuen sind in Syrien und der Türkei beziehungsweise in Äthiopien beheimatet (www.iagnbi.org).
Wiederansiedelungsprojekte laufen in der Türkei, Spanien, Marokko und in Österreich/Deutschland. Den Vögeln aus unseren Breiten wurde der Flug ins Überwinterungsgebiet in der Toskana mit Leichtflugzeugen beigebracht (www.waldrappteam.at). Jetzt muss der Rückflug über die Alpen zur Fortpflanzung abgewartet werden.
Der Großteil der Nachzuchten des Tiergartens wurde an andere Zoos und an ein Wiederansiedelungsprojekt in Marokko abgegeben. Da die Gruppe im Tiergarten seit 2005 nicht mehr gezüchtet hat, wurde die Gruppe 2011 einerseits verjüngt und andererseits das Geschlechterverhältnis wieder ausgeglichen. Dafür musste das Geschlecht der einzelnen Vögel mittels genetischer Untersuchungen bestimmt werden. Wie bei vielen Vögeln ist das Geschlecht äußerlich nicht zu erkennen. Hier hilft heute die moderne Molekulargenetik mit der Untersuchung von Federn oder Blut. Der festgestellte Bestand von 7,2 Waldrappen (7 Männchen, 2 Weibchen) wurde durch Vermittlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) mit 2,2 aus dem Zoo Rheine und 0,5 aus dem Zoo Nordens Ark, Schweden, wieder aufgestockt. Damit ist der Frauenmangel beseitigt und der Tiergarten hofft auf weitere Zuchterfolge.
Aktuelles Tierbestand (Änderungen) Erstellt von Dr. Nicola A. Mögel
