Przewalski-Pferd aus dem Tiergarten zur Auswilderung in Kasachstan
Ein Nürnberger Przewalski-Pferd (Equus przewalski) trägt künftig zum Erhalt der kasachischen Steppe bei: Die Stute aus dem Tiergarten der Stadt…
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Im Tiergarten ist ein neuer Luchs eingezogen. Das eineinhalb Jahre alte Männchen – bei Luchsen nennt man die Männchen Kuder – ist am Abend des 18. Januar aus dem Zoologischen Garten Magdeburg nach Nürnberg gekommen.
Hier wird er sich das Gehege mit dem dreieinhalb-jährigen Luchsweibchen Sansa teilen, das seit 2020 im Tiergarten Nürnberg lebt. Sansa ist aus dem tschechischen Hluboká hier her gekommen. Die beiden Tiere gehören zum EEP (EAZA Ex situ Programm = Europäisches Erhaltungszuchtprogramm): Im Rahmen des EEP züchten Zoos und Wildparks koordiniert Tierarten, um stabile Populationen außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes aufrechtzuerhalten und so im Falle stark gefährdeter Arten deren komplettes Aussterben zu verhindern.
In Deutschland gibt es derzeit laut Bundesamt für Naturschutz zirka 190 wildlebende Eurasische Luchse (Lynx lynx). Davon ist ein Teil aus dem tschechischen Sumava-Gebirge zugewandert, ein Teil geht auf die Auswilderung von 24 Luchsen aus Zoos und Wildparks in den Jahren 2000 bis 2006 zurück, ein weiterer auf die Ansiedelung von Tieren aus der Schweiz und der Slowakei.
Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Eurasischen Luchs in Deutschland und der Schweiz als "stark gefährdet" beziehungsweise "vom Aussterben bedroht" ein – in Deutschland war er seit Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben, in weiten Teilen Europas ist er es noch. Wegen seines weiten Verbreitungsgebietes, das sich von Afghanistan bis nach Weißrussland erstreckt, gilt er aber insgesamt nicht als vom Aussterben bedroht.
Im Tiergarten Nürnberg war im Juni 2021 ein Eurasischer Luchs aus seinem Gehege entkommen und hatte im benachbarten Gehege drei erwachsene Hirschziegenantilopen getötet sowie ein Jungtier verletzt.
Anders als zunächst angenommen war der Luchs nicht wegen eines defekten Elektrozaunes aus dem Gehege gelangt, sondern vermutlich auf der Jagd nach einem Eichhörnchen oder Vogel über einen herabhängenden Ast. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tiergartens haben das Gehege nach dem Vorfall sicherer gestaltet.
Der entkommene Kuder konnte zwar von Mitarbeitern des Tiergartens betäubt und in den Stall zurückgebracht werden, auch das Aufwachen aus der Narkose war zunächst unauffällig verlaufen. Dennoch starb der Luchs plötzlich und unerwartet – die pathologische Untersuchung hat Hinweise auf ein akutes Herz- und Kreislaufversagen ergeben.
Aktuelles Pressemitteilungen Erstellt von Anna Böhm
