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Aktuelles aus dem Tiergarten

Feuersalamander ziehen in die Amphibienanlage ein

Schwarz-gelbe Flecken zwischen dichtem Laub: In die Amphibien- und Reptilienanlage des Tiergartens Nürnberg sind Feuersalamander (Salamandra salamandra) eingezogen. Unterhalb des Klimawaldpfades, eingebettet in Sandsteinfelsen und im Schatten des Mischwaldes bildet diese Anlage mit einem Bachlauf den natürlichen Lebensraum der größten heimischen Schwanzlurch-Art nach.

Mit steigenden Temperaturen fahren die Tiere ihren Stoffwechsel wieder hoch und werden nach den Wintermonaten mobiler. Zwischen Februar und Mai setzen die Weibchen ihre bereits voll entwickelten, aber noch mit Kiemen ausgestatteten Larven in sauberen, kühlen, naturnahen und fischfreien Gewässern ab. Dort gelangen die Larven innerhalb von zirka sechs Monaten zu ihrer typischen schwarz-gelben Gestalt. Die Geschlechtsreife erreichen Feuersalamander mit zwei bis vier Jahren – die Paarungszeit liegt zwischen April und September.

Feuersalamander sind meist dämmerungs- und nachtaktiv. An regnerischen Tagen kann man sie aber mit etwas Glück auch beobachten. Der Tiergarten Nürnberg ist Teil der Artenschutzgemeinschaft feuersalamander.net, die sich um den Erhalt der in Bedrängnis geratenen Art bemüht. Flächenversiegelung, Straßenbau, nicht nachhaltige Waldbewirtschaftung sowie der Verlust naturnaher, sauberer Fließgewässer grenzen ihren Lebensraum zunehmend ein. Folgen des Klimawandels, wie zum Beispiel trockene und heiße Sommer, setzen Feuersalamander und andere Amphibien zusätzlich unter Druck. Auch invasive Arten, wie zum Beispiel Waschbären (Procyon lotor), oder hochansteckende Seuchen wie der sogenannte Salamanderfresserpilz Bsal (Batrachochytrium salamandrivorans) tragen dazu bei, die Zahl der Feuersalamander zu dezimieren.

Amphibien zählen weltweit und auch in Bayern zu der Tiergruppe, die überdurchschnittlich stark gefährdet ist. Von den 20 hier erfassten Amphibienarten stehen zwölf auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Der Tiergarten betreibt hinter den Kulissen eine Therapiestation, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Feuersalamander behandeln, die an Bsal erkrankt sind. Dieser Pilz greift die Haut an – da Amphibien auch über die Haut atmen, führt eine Infektion unbehandelt zum Tod. Die Therapiestation hat der Tiergarten in Kooperation mit Citizen Conservation, Frogs and Friends e.V., dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) und finanziert vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. eingerichtet.

Mit der neuen Anlage, die mit Beratung des Amphibien- und Reptilienexperten Paul Hien von den Landschaftsgärtnerinnen und -gärtnern, den Tierpflegerinnen und -Tierpflegern sowie den Handwerkern des Tiergartens entwickelt und eingerichtet wurde, macht der Tiergarten auf die Gefährdungssituation heimischer Amphibien und Reptilien aufmerksam. Zugleich zeigt er, welche Lebensräume die Tiere benötigen, um überleben zu können. Zu den Feuersalamandern sollen demnächst auch Tiere der ebenfalls stark gefährdeten Art der Gelbbauchunken (Bombina variegata) einziehen.

Gäste und Interessierte können das Engagement des Tiergartens und seiner Partner zum Schutz des Feuersalamanders mit dem Artenschutzeuro unterstützen.

Der Artenschutzeuro kann beim Kauf von Online-Tickets ausgewählt werden. Das Tagesticket für Erwachsene kostet dann 22 statt 21 Euro, ermäßigt 20 statt 19 Euro. Auch Familien- und Teilfamilienkarten sind mit Artenschutzbeitrag erhältlich (49,50 statt 47,50 Euro bzw. 27,50 statt 26,50 Euro). Wer unabhängig vom Ticketkauf seinen Beitrag leisten möchte, kann ebenfalls über den Online-Shop Artenschutzbeiträge von 10, 25 oder 50 Euro leisten.