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Aktuelles aus dem Tiergarten

Heuernte auf dem Bio-Bauernhof des Tiergartens

Der Tiergarten Nürnberg hat die Heuernte abgeschlossen: Auf Gut Mittelbüg, seiner Außenstelle mit biozertifizierter Landwirtschaft, produziert er einen Großteil des Grünfutters für seine Pflanzenfresser selbst. Ponys, Esel, Schottische Hochlandrinder, bedrohte Mendes-Antilopen, Przewalski-Pferde, Somali-Wildesel, Afrika-Büffel, Takine, Zebras, Panzernashorn und viele weitere Tierarten lassen sich in den kommenden Monaten das Futter aus regionaler Kreislaufwirtschaft schmecken.

Bei der Heuernte haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Futterhofs, der Tierpflege und der Abteilung Garten- und Landschaftsbau des Tiergartens zusammengeholfen.

In diesem Jahr ist die Ernte jedoch geringer ausgefallen als 2025. Waren es in den vergangenen Jahren durchschnittlich rund 480 Quaderballen zu je 300 Kilo, konnten die Tiergartenmitarbeiter diesmal nur rund 330 Quaderballen einholen. Gründe dafür liegen in Trockenheit, Hitze und auch Schäden im Boden, die Wildschweine hinterlassen. Diese Löcher und Hügel erschweren die Ernte, weil Mähwerke, Wender und Schwader durch den unebenen Boden Schaden nehmen. Zudem leidet die Heuqualität, wenn Erde ins Erntegut gerät.

Ungünstige Wetterbedingungen fallen in der Bio-Landwirtschaft des Tiergartens deutlich ins Gewicht. „Bei extensiver Bewirtschaftung auf nicht hochertragsfähigen Böden sind die witterungsbedingten Ertragsschwankungen größer als auf intensiv geführten Gunststandorten“, sagt Futtermeister Gerd Schlieper. Sogenannte Gunststandorte zeichnen sich durch vorteilhafte klimatische Bedingungen und nährstoffreiche Böden, zum Beispiel Lös, aus. Auf den Flächen, die der Tiergarten bewirtschaftet, dominieren sandige Böden.

Dort, wo es möglich ist, wertet der Tiergarten sie durch seine eigens produzierte Tiergartenerde auf – das ist Humus, den er aus dem Mist seiner Pflanzenfresser gewinnt und den er mit dem Kompostierungshilfsstoff Leonardit anreichert. Auf diese Weise fördert er die Bildung von Dauerhumus, der zugleich als Kohlenstoffspeicher im Boden dient, pro Jahr potenziell 200 Tonnen aus CO2. Zudem speichert er besonders gut Feuchtigkeit – eine Eigenschaft, die mit zunehmend trockenen Sommern immer wichtiger wird.

Die eigene Grünfutterproduktion und die Aufwertung des Mists der Pflanzenfresser zu Dauerhumus ist Teil der regionalen, nachhaltigen Kreislaufwirtschaft des Tiergartens.

Sorgsame Bewirtschaftung von Schutzflächen

Neben den 26 Hektar, die unmittelbar zu Gut Mittelbüg gehören, bewirtschaften und pflegen die Tiergartenmitarbeiter des Futterhofs auch die 16 Hektar großen sogenannten Russenwiesen, sowie 43 Hektar Wiesenflächen im Naturschutzgebiet Pegnitztal Ost, das sich über Erlenstegen, Ober- und Unterbürg, Herrenwiese, Mühlhof, das Rübländer Ufer erstreckt und zusätzlich fünf Hektar im Wasserschutzgebiet Röthenbach.

Diese Schutzgebiete werden vom Tiergarten mit großer Sorgfalt behandelt und sind für die Nutzung nach Maßstäben intensiver Landwirtschaft nicht geeignet. Im Spätsommer wird es eine zweite Ernte geben, das Heu dieses zweiten Schnitts nennt man Grummet.

„Mit der eigenen Bio-Landwirtschaft kann der Tiergarten die speziellen Bedürfnisse seiner extensiven Tierhaltung erfüllen“, sagt Futtermeister Gerd Schlieper. „Zugleich können so auch die Anforderungen des Umwelt-, Natur- und Grundwasserschutzes bestmöglich kombiniert werden.“ Auch Düngung und Mähzeitpunkte können die Tiergartenmitarbeitenden auf diese Weise den Bedingungen ökologischer Landwirtschaft anpassen.

Gut Mittelbüg gehört seit 1972 zum Tiergarten Nürnberg. Seit 2013 ist der landwirtschaftliche Betrieb der Außenstelle biozertifiziert. Dass der Tiergarten Nürnberg seine Pflanzenfresser damit weitgehend selbst und regional mit Grünfutter und Heu versorgen kann, ist deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal. Die ökologische Bewirtschaftung der Flächen steht im Einklang mit dem Engagement des Tiergartens Nürnberg für den Erhalt der biologischen Vielfalt und nachhaltiges Handeln in allen Bereichen, in denen er als städtischer Betrieb tätig ist.