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Verborgene Welten entdecken: Bionicum eröffnet neue Erlebnistunnel

Es gibt Lebensräume auf unserer Erde, die Menschen im Alltag kaum zu Gesicht bekommen. Wenn es im Wald dunkel wird, beginnt eine Welt voller Geräusche, Lichtsignale und überraschender Phänomene. Und unter der Meeresoberfläche liegt die Tiefsee, die für Menschen nur mit aufwendiger Technik erreichbar ist. Das Bionicum im Tiergarten Nürnberg holt diese beiden verborgenen Lebensräume jetzt in die Ausstellung.

Die Eröffnung findet am 30. September von 15:30 bis 17:30 Uhr im Bionicum im Obergeschoss des Naturkundehauses statt. Alle Interessierten sowie Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich zur Eröffnung eingeladen. Die Teilnahme ist mit vorheriger Anmeldung kostenfrei: per E-Mail an bionicum@snsb.de.

Nachts im Wald Im nächtlichen Wald können Besucherinnen und Besucher verborgene Phänomene mit einer UV-Lampe aus der bereitstehenden Expeditionskiste aufspüren. Unter dem ultravioletten Licht beginnt plötzlich ein Skorpion grünlich zu schimmern, auch die Augen einer Vogelspinne werden sichtbar. Dahinter steckt Fluoreszenz und Reflektion: Bestimmte Bestandteile des Körpers nehmen die unsichtbare UV-Strahlung auf und geben die Energie als sichtbares Licht wieder ab. Was bei Tageslicht verborgen bleibt, wird so im Mondlicht sichtbar. Auch das Leuchten von Glühwürmchen macht die nächtliche Welt zu einem besonderen Erlebnis. Ihre Biolumineszenz ist nicht nur faszinierend anzusehen, sondern zeigt auch, wie Tiere Licht zur Kommunikation nutzen. Damit eröffnet sich zugleich der Blick auf die Bionik und die Frage, welche Ideen und Prinzipien wir aus der Natur für technische Entwicklungen übernehmen können.

Auf Tauchgang Ab etwa 200 Metern Tiefe beginnt die Tiefsee – und mit jedem weiteren Meter wird die Umgebung extremer: Das Licht verschwindet, die Temperaturen sinken und der Wasserdruck nimmt enorm zu. Trotzdem hat sich hier eine erstaunliche Vielfalt an Leben entwickelt. Im Bionicum können Besucherinnen und Besucher selbst auf Tauchfahrt gehen: In einem eigens gestalteten „U-Boot“ blicken sie in die Tiefsee und steuern verschiedene Tauchtiefen bis zu 4.000 Metern an. Mit jeder Station eröffnet sich eine andere Unterwasserwelt. Zu sehen sind faszinierende Lebewesen wie Dumbo-Oktopusse und Tiefseekrabben oder Schwarze Raucher – hydrothermalen Quellen am Meeresboden, an denen sich trotz der extremen Bedingungen einzigartige Ökosysteme entwickelt haben. Die virtuelle Tauchfahrt macht damit einen Lebensraum erlebbar, der für Menschen normalerweise unerreichbar ist, und zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und anpassungsfähig das Leben selbst unter diesen Bedingungen sein kann.

Von verborgenen Lebensräumen zu neuen Ideen Die beiden Erlebniswelten verbinden die Faszination für unbekannte Lebensräume mit der zentralen Frage des Bionicums: Was können wir von der Natur lernen? Ob das Leuchten von Glühwürmchen, die Fluoreszenz von Skorpionen oder die besonderen Fähigkeiten von Tiefseebewohnern – biologische Lösungen können Inspiration für technische Entwicklungen sein. „Wir möchten mit den neuen Ausstellungsbereichen Neugier wecken und Welten erlebbar machen, die sonst verborgen bleiben“, sagt Dr. Eva Gebauer, Leiterin des Bionicums. „Gleichzeitig zeigen wir, dass selbst in verborgenen Welten der Natur Ideen für die Technologien der Zukunft stecken können.“