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Veranstaltungen im Tiergarten Nürnberg

"Mission Artenvielfalt" im Tiergarten und Bionicum – Bevölkerung zum Mitforschen eingeladen

Von Freitag bis Montag, 24. bis 27. April 2026 beteiligt sich erstmals das Städtedreieck Nürnberg, Fürth und Erlangen an der internationalen "City Nature Challenge" – gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus Bildung, Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Auch das Bionicum und der Tiergarten Nürnberg rufen dazu auf, sich an der weltweit größten Bürgerwissenschaftsaktion zur Erfassung der Biodiversität zu beteiligen, und bieten am Sonntag, 26. April, einen gemeinsamen Naturspaziergang an. 

Während der Challenge können Interessierte einen wertvollen Beitrag zur wissenschaftlichen Erhebung der regionalen Artenvielfalt leisten. Über die App „iNaturalist“ werden heimische Tiere, Pflanzen und Pilze fotografiert und hochgeladen. Die Community unterstützt anschließend bei der Bestimmung der Arten. Auf dieser Datengrundlage können Forschende Rückschlüsse auf Vorkommen, Verbreitung und Veränderungen von Spezies ziehen. Die Aktion gilt als international erfolgreiches Beispiel für sogenannte „Citizen Science“: Dank der Beteiligung der Bevölkerung entstehen Datensätze in einer Größenordnung, die rein akademische Forschung nicht leisten könnte.

Gemeinsamer Naturspaziergang im Tiergarten

Wer die Challenge gemeinsam mit anderen erleben und eine Einführung in die App erhalten möchte, ist am Sonntag, 26. April, von 15.30 bis 17 Uhr zu einer Veranstaltung im Bionicum eingeladen. Unter dem Motto „Mission Artenvielfalt“ ist ein gemeinsamer Naturspaziergang durch den Tiergarten geplant – mit besonderem Blick auf die Tierwelt außerhalb der Gehege. Um Anmeldung per E-Mail an info@bionicum.de oder unter Telefon 0911-65084500 wird gebeten.

Hintergrund zur City Nature Challenge

Die 2016 von der California Academy of Sciences und den Natural History Museums of Los Angeles County ins Leben gerufene „City Nature Challenge“ startete mit nur 1.000 Beobachterinnen und Beobachtern in San Francisco und Los Angeles. 2025 brach die Challenge zahlreiche Rekorde: Mehr als 100.000 engagierte Bürgerwissenschaftlerinnen und – wissenschaftler weltweit sammelten mehr als 3,3 Millionen Beobachtungen aus 669 Städten in 62 Ländern. Seit ihrem Beginn hat die „City Nature Challenge“ über 7,13 Millionen Beobachtungen zur urbanen Biodiversität von mehr als 94.000 Arten erfasst und über 364.000 Menschen erreicht.

2026 beteiligt sich erstmals das Städtedreieck Nürnberg, Fürth und Erlangen an der City Nature Challenge. Jede teilnehmende Region wird von einer lokalen Koordination begleitet, die die Aktivitäten vor Ort organisiert und vernetzt. Für Mittelfranken übernimmt diese Rolle der Botanische Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Tiergarten als Hotspot der heimischen Artenvielfalt

Neben einer Vielzahl verschiedener Akteure beteiligen sich auch das Bionicum und der Tiergarten Nürnberg an der Erhebung. Das Bionicum ist seit 2014 im Naturkundehaus des Tiergartens Nürnberg beheimatet. Es beschäftigt sich mit Bionik, also Technologien und Innovationen, die nach dem Vorbild der Natur entwickelt und in technische Anwendungen übertragen wurden, wie etwa dem bekannten Lotus-Effekt.

Der Tiergarten bietet beste Voraussetzungen für die Beobachtung heimischer Spezies: Eingebettet in den Nürnberger Reichswald und ausgewiesen als europäisches FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet) ist der Tiergarten ein wertvoller Lebensraum für viele heimische Tier- und Pflanzenarten – von verschiedenen Specht- und Singvogelarten über Kreuzottern und Schlingnattern bis hin zu den seltenen Hirsch- und Juchtenkäfern. Charakteristisch ist der große, alte Baumbestand, der zahlreichen Höhlen- und Totholzbewohnern einen Lebensraum bietet.

So funktioniert es

Fotos, die während der Challenge aufgenommen wurden, können über die App „iNaturalist“ (https://www.inaturalist.org/) hochgeladen werden. Dort bestätigt eine Online-Community von Naturforschern die Artenbestimmung. Erfasst werden wild vorkommende Pflanzen, Tiere, Pilze, Schleimpilze sowie Spuren von Organismen (zum Beispiel Kot, Federn, Trittsiegel, Muscheln oder Tonaufnahmen von Vogelstimmen). Beobachtungen können überall im Stadtgebiet gemacht werden – im Park, im Garten, in der Nachbarschaft oder mitten in der Stadt.