Vortragsreihe im Tiergarten startet wieder
Wie trägt der Tiergarten zum Erhalt der gefährdeten Harpyie bei? Warum sind Nashörner immer stärker bedroht? Und welche Entwicklungsstrategien…
Wie trägt der Tiergarten zum Erhalt der gefährdeten Harpyie bei? Warum sind Nashörner immer stärker bedroht? Und welche Entwicklungsstrategien verfolgt der Tiergarten? Auch im neuen Jahr bietet der Tiergarten der Stadt Nürnberg ab 15. Januar 2026 wieder regelmäßig Fachvorträge aus den Bereichen Artenschutz, Forschung, Umweltbildung und Tierhaltung an. Die Vorträge finden im Naturkundehaus des Tiergartens statt und sind kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Los geht es mit dem Vortrag „Natur und Wir“ am Donnerstag, 15. Januar 2026, um 19.30 Uhr. Anna Böhm, Kommunikationsleiterin des Tiergarten Nürnberg, geht darin auf Naturbilder ein, die sich stetig verändern und von den aktuellen Lebensumständen abhängen. In unserem Kulturkreis haben Menschen sich von der Natur entfernt und Wissen über deren Zusammenhänge verloren. Doch unsere Handlungen haben Wirkung auf unsere Umwelt. Für Zoos stellt sich die Frage, welche Verantwortung sie vor diesem Hintergrund übernehmen und mit welchem Respekt sie dies tun wollen und sollten. In dem Vortrag geht es um Antwortimpulse auf diese Fragen, um Naturbilder – und das Tun und Unterlassen im Umgang mit Natur.
Am Donnerstag, 19. Februar, 19.30 Uhr erfahren Interessierte mehr über „Aktuelle Herausforderungen und Entwicklungsstrategien für den Tiergarten“. Dr. Dag Encke, Leitender Direktor des Tiergarten Nürnberg, gibt einen Einblick, wie sich der Tiergarten als Dienststelle der Stadt Nürnberg weiterentwickeln, seine Tierhaltungen voranbringen und seine Position in der Gesellschaft festigen möchte.
Um „Die Harpyie – Nürnbergs majestätischen Greifvogel als Botschafter des Regenwaldes“ geht es am Donnerstag, 12. März, um 19.30 Uhr: Susann Müller, Revierleiterin Revier 1 (Vogelrevier, Aquarium und Naturkundehaus) und Dr. Lorenzo von Fersen, Kurator für Forschung und Artenschutz im Tiergarten, berichten über die erfolgreiche Haltung und Zucht von Harpyien im Tiergarten und den täglichen Umgang mit den Tieren. Die imposanten Greifvögel gehören zu den größten der Welt und sind in den Regenwäldern Lateinamerikas durch Lebensraumverlust stark bedroht. Seit 2024 koordiniert der Tiergarten das EAZA Ex-situ Programme (EEP) für diese Art und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu ihrem Erhalt.
Am Donnerstag, 16. April, um 19.30 Uhr ist der Naturfotograf, Autor und Multivisionskünstler Berndt Fischer zu Gast im Tiergarten. Unter dem Titel „Europas bedrohte Wälder – Multivision“ zeigt er die Wunderwelt von Urwäldern mit Bildern aus Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien. Die Multivision spannt den Bogen von den borealen Nadelwäldern Skandinaviens bis zu den mediterranen Wäldern. Die Schönheit ursprünglicher Wälder wird immer wieder kontrastiert mit der Realität nicht nachhaltiger Waldnutzung.
Um die Asiatische Hornisse geht es am Mittwoch, 29. April, um 19.30 Uhr: Dann ist Dr. Nicole Höcherl, Fachkraft für Bienengesundheit an der Hochschule Triesdorf mit ihrem Vortrag „Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) – (k)ein rein imkerliches Problem?!“ zu Gast. Seit über 25 Jahren breitet sich die Asiatische Hornisse in Europa aus – inzwischen auch in Deutschland. Dr. Nicole Höcherl erklärt, wie die Hornisse lebt, warum sie so erfolgreich ist und was jeder einzelne von uns tun kann, um die heimische Insektenwelt zu schützen.
„Zoodirektorin Dr. Barbara Jantschke und der Augsburger Zoo: Fast eine Silberhochzeit“: Nach knapp 25 Jahren verlässt Dr. Barbara Jantschke im Frühjahr 2026 den Augsburger Zoo und tritt ihren Ruhestand an. Am Donnerstag, 07. Mai, um 19.30 Uhr kommt sie in den Tiergarten gibt einen Rückblick auf ihre Arbeit. Sie entwickelte den 22 Hektar großen und landschaftlich sehr reizvollen Zoo ab Beginn ihrer Leitungstätigkeit kontinuierlich weiter und hat zahlreiche Bauprojekte angestoßen, betreut und eingeweiht – allen voran das neue Elefantenhaus von 2020.
Den Abschluss der Reihe bildet am Donnerstag, 11. Juni, um 19.30 Uhr der Biologe, Journalist und Reiseleiter Dr. Fritz Jantschke. In seinem Vortrag „Das verdammte Horn – Nashornschutz auf verlorenem Posten?“ nimmt einige der am stärksten bedrohten Tierarten der Welt in den Blick. Noch nie war der Druck auf ihre Restbestände stärker als in den letzten Jahren. Dr. Fritz Jantschke hat die Lebensräume aller fünf Arten besucht und an Umsiedlungsaktionen von Spitzmaulnashörnern in Simbabwe und Panzernashörnern in Nepal teilgenommen. In seinem Vortrag beleuchtet er die aktuelle Situation – kritisch und doch mit einem Hauch von Optimismus.
Der Tiergarten bietet mit der Vortragsreihe im Naturkundehaus einen Lernort, der die Vielfalt der Natur erlebbar macht. Dabei teilen Expertinnen und Experten ihr Wissen über Tierarten, erklären Zusammenhänge im Arten und Klimaschutz und geben Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte oder die tägliche Arbeit im Tiergarten. Am Ende nehmen sich die Referierenden Zeit für Fragen und Diskussionen. Das komplette Vortragsprogramm ist hier einsehbar.