Aktion in den Herbstferien für Kinder und Jugendliche
Mit einer großen Herbstferienaktion lädt der Tiergarten Nürnberg Familien ein, gemeinsame Zeit in der Natur zu verbringen: Vom 31.Oktober bis zum 8.…
Diese biologische Systematik stellt einen winzigen Ausschnitt der Artenvielfalt auf unserem Planeten dar. Viele der abgebildeten Tierarten sehen so wunderschön oder so sonderbar aus, dass man sich fragen könnte, ob sie echt sind. Manche von ihnen sind vor langer Zeit ausgestorben, andere sind tatsächlich nicht echt. KI lernt aus vorhandenen Bildern. Charismatische und häufig fotografierte Tierarten sind deshalb in ihren Trainingsdaten besonders stark vertreten. Selten dokumentierte und weniger bekannte Arten bleiben dagegen oft unsichtbar – und mit ihnen ein großer Teil der Vielfalt und erstaunlichen Fähigkeiten der Natur. Welche Bilder von Natur werden so unsere Vorstellung prägen? Und welches Wissen über sie geben wir an zukünftige KI-Systeme weiter?
Nicht gefährdet
Wie kein anderes Lebewesen auf diesem Planeten verändert der Mensch seine Umwelt. Seit vielen Tausend Jahren setzt er sich zudem damit auseinander, sie in Bilder zu fassen. Wie wird Künstliche Intelligenz das Bild der Welt um ihn herum verändern?
Potenziell gefährdet
Jaguare leben natürlicherweise in den Regenwäldern, Graslandschaften und Feuchtgebieten Mittel- und Südamerikas. Diese Lebensräume geraten durch menschliche Aktivitäten zunehmend unter Druck. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art als potenziell gefährdet ein. KI hilft Natur- und Artenschützern, Kameradaten aus der Wildbahn auszuwerten und auf dieser Basis geeignete Schutzkonzepte für die Tiere zu entwickeln.
Gefährdet
Albrecht Dürer hatte nie zuvor ein Nashorn gesehen – basierend auf der Beschreibung eines Augenzeugen und womöglich einer Skizze fertigte er im Jahr 1515 seinen berühmten Holzschnitt an: Und kam damit dem Original erstaunlich nah. Künstliche Intelligenz schafft neue Abbilder der Wirklichkeit, basierend auf den Daten, die Menschen ihr zur Verfügung stellen. Das hier verwendete Nashornbild ist ein Foto des im Tiergarten Nürnberg lebenden Panzernashorn-Weibchens Sofie.
Ausgestorben
Der Tasmanische Tiger oder Beutelwolf lebte in Australien und Tasmanien. Das letzte bekannte Tier dieser Art starb 1936 in einem Tasmanischen Zoo in Hobart. Von ihm gibt es wenige Film- und Fotoaufnahmen aus dieser Zeit. Mit welchen Bildern werden wir uns in einigen Jahrzehnten an ausgestorbene Arten erinnern?
Stark gefährdet
Der Schabrackentapir lebt natürlicherweise in den Wäldern Indonesiens, Malaysias, Myanmars und Thailands. Mit seiner Anatomie mutet er wie ein Fabelwesen an: Der Unpaarhufer hat vorne vier Zehen, hinten drei. Verwandt ist er mit Pferden und Nashörnern. Junge Schabrackentapire haben über den Körper verteilt weiße Punkte und Streifen auf ihrer braunen Haut. Damit sind sie im Dickicht der Regenwälder kaum zu sehen. Dennoch gibt es viele Bilder der charismatischen, stark gefährdeten Tiere – sodass auch die KI sie erstaunlich gut trifft. Das hier verwendete Foto zeigt das 2023 im Tiergarten Nürnberg geborene Weibchen Palita.
Ungenügende Datengrundlage
Der Buchdrucker, auch Großer Achtzähniger Fichtenborkenkäfer genannt, ist eine Unterart aus der Familie der Borkenkäfer. Die Insekten legen ihre Brutsysteme zwischen Rinde und Stamm – dem sogenannten Kambium - an. In erster Linie sind dies Fichten, aber auch Kiefern, Douglasien und Weißtannen. Gesunde Bäume können sich mit Harzfluss gegen die Käfer wehren. Sind sie durch Trockenheit und Hitze geschwächt, fällt ihr Schutzschild und die Käfer richten scharenweise und großflächig massiven Schaden an. Je früher ein Befall bemerkt wird, desto größer ist die Chance, die Ausbreitung einzudämmen. Hier kann KI helfen. Dennoch: Das Bild der Wälder, wie wir sie kennen, verändert sich.
Ungenügende Datengrundlage
Nachtfalter sind weithin die Schmetterlinge, die nicht zu den Tagfaltern gehören. Ihr Geruchssinn ist um ein Millionenfaches feiner als der menschliche. Damit finden die Männchen Weibchen, die verlockende Pheromone absondern. Dies gelingt ihnen mit bis zu 100.000 mikroskopisch kleinen Geruchshaaren - sogenannten Sensillen. Forschende arbeiten daran, einen KI-Geruchssinn zu entwickeln. In verschiedenen Bereichen sind verschiedene Modelle schon im Einsatz: zum Beispiel in der Lebensmittelindustrie oder im Gesundheitswesen. An die Komplexität des menschlichen Geruchssinns kommen sie noch lange nicht heran – schon gar nicht an die des Nachtfalters!
Ungenügende Datengrundlage
Dieser Schmetterling – auch Eulenschmetterling genannt – imitiert in der Zeichnung seiner Flügel Eulenaugen: Damit schützt er sich vor Fressfeinden. In der Natur gibt es viele solcher Beispiele der Täuschung, die unglaublich echt aussehen. Bananenfalter leben auch im Manatihaus im Tiergarten Nürnberg.
Ungenügende Datengrundlage
Als Wildbienen werden sämtliche Bienenarten bezeichnet, die keine als Nutztiere gehaltenen Honigbienen sind. Die Honigbiene ist als charismatische Art zum Symbol für den Kampf um den Erhalt der heimischen Artenvielfalt geworden. KI-Bilder ähneln vor allem ihr – die große Formenvielfalt der weltweit zirka 25.000 Wildbienenarten fällt dabei unter den Tisch.
Potenziell gefährdet
Giraffenhalskäfer kommen nur auf Madagaskar vor. An ihrem langen Hals befindet sich ein Gelenk, mit dem sie den vorderen Teil abknicken können. Der Hals eines Männchens kann bis zu 18 Millimeter lang werden.
Nicht gefährdet
Schwimmwühlen ähneln mit ihrem bis zu 60 Zentimeter langen Körpern Aalen – sie sind aber Amphibien. Sie leben natürlicherweise in Süßwassergewässern im südamerikanischen Amazonasgebiet. Im Tiergarten leben Schwimmwühlen im Aquarium im Affenhaus.
Gefährdet
Pfeilgiftfrösche gibt es in zahlreichen verschiedenen Farb- und Musterkompositionen. Anders als ihr Name es vermuten lässt, sind sie nicht automatisch giftig. Ihre Giftigkeit hängt vielmehr von ihrer Nahrung ab: In ihrem natürlichen Lebensraum nehmen sie bestimmte giftige Insekten und andere kleine Gliederfüßer zu sich, deren Giftstoffe sie im Körper anreichern und anschließend über die Haut abgeben.
Vom Aussterben bedroht
Anders als andere Amphibien verbleiben Axolotl optisch ihr Leben lang im Larvenstadium. Menschen interessieren sich für diese Tiere nicht nur wegen ihres sonderbaren Aussehens, sondern wegen einer besonderen Fähigkeit: Sie können Gliedmaßen, Rückenmark und Netzhaut nach einer Verletzung oder einem Verlust komplett regenerieren. Der Axolotl kommt in der Natur nur noch in drei Gewässern Bei Mexiko-Stadt vor. Im Tiergarten sind Querzahnmolche im Aquarium im Affenhaus zu finden. Diese Art wird in Zusammenarbeit mit Citizen Conservation gehalten und gezüchtet.
Nicht gefährdet
Mit seinen über den ganzen Körper verteilten Stacheln aus Keratin sieht er aus wie ein Drache: der Dornteufel. Die Agamenart hat sich perfekt an die Lebensbedingungen im Australischen Outback angepasst. Er ernährt sich ausschließlich von Ameisen. Winzige Rillen leiten Wasser aus Nebel und Regenfällen über seinen Körper direkt zu seinem Maul.
Stark gefährdet
Diese wie ein Dinosaurier anmutende Schildkrötenart lebt in den Flusssystemen, die in den Golf von Mexiko münden. Mit ihrer wurmähnlichen, roten Zungenspitze lockt sie Fische an und schnappt zu, sobald diese nach dem vermeintlichen Wurm schnappen. Auch Wasservögel, Frösche, kleinere Schlangen und Insekten stehen auf ihrem Speiseplan. Bis in die 1970er-Jahre wurde die Geierschildkröte vom Menschen intensiv bejagt und unter anderem zu Schildkrötensuppe verarbeitet. Heute gilt sie als stark gefährdet.
Nicht gefährdet
Schlammspringer legen kurze Strecken an Land zurück und bewegen sich dabei mit ihren Flossen vorwärts. Sie sind aber keine Amphibien, sondern Fische. Afrikanische Schlammspringer leben natürlicherweise an der westafrikanischen Küste vom Senegal bis Angola und an den Inselküsten im Golf von Guinea. Im Tiergarten leben südostasiatische Zwergschlammspringer im Aquarium im Affenhaus.
Gefährdet
Der Mondfisch, der auf Englisch Ocean Sunfish heißt, gilt als einer der größten Knochenfische. Er kann bis zu gut zwei Tonnen schwer und bis zu gut drei Meter lang werden. Mondfische kommen im Atlantik, im Indischen Ozean, im Pazifik, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer vor.
Nicht gefährdet
Der Gestreifte Anglerfisch lebt im Atlantik, im Pazifik und im Indischen Ozean. Er hat keine Schuppen, aber lange, fleischartige Auswüchse (Spinulae) – diese helfen ihm dabei, sich zu tarnen. Zu diesem Zweck und zur Täuschung seiner Beutetiere kann er auch seine Farbe ändern und an seine Umgebung anpassen. Im Aquarium im Affenhaus des Tiergartens können aufmerksame Beobachterinnen und Beobachter einen Anglerfisch finden.
Nicht gefährdet
Dieser Rochen mit auffälliger Zeichnung lebt in Mangrovenwäldern und Korallenriffen zum Beispiel in Australien, Indonesien, Madagaskar und Malaysien.
Ausgestorben
Der letzte Riesenalk wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gesichtet. Der flugunfähige Vogel lebte auf Inseln im Nordatlantik und war wegen seines hohen Fettgehaltes bei den Besatzungen von Walfangflotten sowohl als Nahrung als auch als Brennstoff beliebt. Auch seine Daunen weckten Begehrlichkeiten. Vom Riesenalk gibt es Gemälde, Präparate – und KI-generierte Bilder.
Potenziell gefährdet
Der Quetzal lebt in den Wolken- und Nebelwäldern Mittelamerikas – ein Lebensraum, der zunehmend durch menschliche Aktivitäten bedroht ist. Ebenso wie der Quetzal selbst, der die Menschen mit seiner prachtvollen Erscheinung zu vielen Geschichten inspiriert hat.
Nicht gefährdet, Bestand abnehmend
Der Königs-Paradiesvogel lebt in den Wäldern Papua-Neuguineas.
Ungenügende Datengrundlage
Bärtierchen sind echte Überlebenskünstler, die weltweit in den unterschiedlichsten Lebensräumen zu finden sind: in einem Wassertropfen im Garten ebenso wie in der Antarktis. Sie können lange Zeit in einem Überdauerungszustand überleben und ihren Stoffwechsel dann wieder hochfahren, wenn sich die Lebensbedingungen verbessert haben. Diese mikroskopisch kleinen, faszinierenden Tiere sind nur ein Beispiel der kuriosen und wunderbaren Vielfalt, die uns umgibt.