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Veranstaltungen im Tiergarten Nürnberg

Von verborgenen Pilzen und unbeweglichen Tieren: Vortragsreihe im Tiergarten startet wieder

Woher kommt das Futter für die Tiere? Wer ist für die städtischen Waldflächen verantwortlich? Wer sorgt sich um den Schutz unbekannter Tierarten und wie werden eigentlich die realistisch nachgestellten Tierskulpturen hergestellt, die auf dem Gelände des Tiergartens der Stadt Nürnberg zu finden sind? Antworten auf diese und viele weitere Fragen finden Interessierte bei der Vortragsreihe des Tiergartens, die am 17. September 2026 um 19.30 Uhr wieder startet.

Die Teilnahme an den Vorträgen ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Den Anfang machen am 17.9.2026 um 19.30 Uhr Ursula Krabbe-Paulduro und Ernst Paulduro mit dem Beitrag „Making of: Bronzeskulptur Indisches Panzernashorn für den Tiergarten Nürnberg“. Als freiberufliche und freischaffende Bildhauer (Plastiker) gestalten sie seit vielen Jahren naturalistische und detaillierte Bronzeskulpturen verschiedenster Tierarten – zum Beispiel „Albrecht“, das erste im Nürnberger Tiergarten geborene Panzernashorn, eine lebensgroße Pinguin-Familie und eine lebensgroße Hornviper für das Wüstenhaus. Studien an Panzernashorn Sofie im Tiergarten Nürnberg ermöglichten ihnen die „lebensnahe“ realistische Darstellung einer 30 Zentimeter großen Skulptur. Sie ermöglicht es sehbehinderten und blinden Personen, die Gestalt eines Panzernashorns direkt erleben zu können. Im Vortrag erläutern sie die Gestaltung des Plastilinmodells, eingesetzte Materialien und Werkzeuge sowie Arbeitsschritte für den Bronzeguss.

Am 7. Oktober 2026 berichtet David Schuhwerk vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V., über die „Rückkehr der Bartgeier“ in Berchtesgaden. Die faszinierende Biologie des Bartgeiers und seine einzigartigen Verhaltensweisen als Schlussglied der Nahrungskette in alpinen Lebensräumen sind ebenso Thema im Vortrag des Projektmitarbeiters wie das erfolgreiche internationale Wiederansiedlungsprojekt in den Westalpen. Schöne Fotografien und Videoaufnahmen nehmen die Gäste dorthin mit.

Am 15. Oktober 2026 wirft Dr. Arne Schulze, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) das Schlaglicht auf unbekannte, aber stark gefährdete Arten: „Artenschutz für hochbedrohte Unbekannte im Schatten von Tiger, Gorilla & Co“ ist der Titel seines Vortrages. Die ZGAP konzentriert sich auf Artenschutzmaßnahmen für oft übersehene, aber gleichzeitig besonders bedrohte Tiere, wie etwa das Java-Pustelschwein, den Rotsteißkakadu oder den Himmelblauen Zwergtaggecko. Ihre Arbeit umfasst die Förderung von Erhaltungszuchtprogrammen, die Wiederherstellung von Lebensräumen, die Bekämpfung von Wilderei und die Sensibilisierung und Einbindung der lokalen Bevölkerungen.

In seinem Vortrag „Naturzauber vor der Haustür - oder wie ich im eigenen Garten die Welt retten kann“ zeigt der Naturfreund und Naturgartenexperte Tom Vit aus Bamberg am 11. November, wie aus gewöhnlichen Gärten artenreiche Lebensräume entstehen können. Anhand eindrucksvoller Fotografien entführt er in die faszinierende Welt naturnaher Gärten, in denen Wildpflanzen, Insekten, Kleinsäuger und Menschen ein harmonisches Ökosystem bilden.

Um „Amphibienschutz in Zeiten des Klimawandels“ geht es am 12. November im Beitrag der Diplom-Biologin Ulrike Geise. Der Amphibienschutz gehört zu den Kernaufgaben des behördlichen und vor allem des ehrenamtlichen Naturschutzes. Die Schutzbemühungen konzentrieren sich dabei vor allem auf die Zeit der Tiere an den Fortpflanzungsgewässern. Als qualitative Hintergrundinformation zur Situation der Amphibien gibt es Langzeitsammelergebnisse an Amphibienquerungsstellen an Straßen, die trotz aller bisherigen Maßnahmen auf dramatische Bestandseinbrüche schließen lassen. In ihrem Vortrag erläutert die Diplom-Biologin bisherige Schutzmaßnahmen sowie neue Ansätze zum Amphibien- schutz. Sie stellt Überlegungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Amphi- bien an, die teilweise schon jetzt spürbar sind, und diskutiert vor diesem Hintergrund gegebenenfalls effizientere Schutzmaßnahmen.

„Bayerns verborgene Pilzvielfalt“ ist das Thema, dem sich die Zoologin Lotte Krüger, Projektmanagerin Pilzartenschutz im Referat Landschaftspflege am 9. Dezember widmet. Pilze sind weit mehr als kulinarische Genüsse: Sie bauen Böden auf, versorgen Pflanzen mit Nährstoffen und halten ganze Ökosysteme im Gleichgewicht. Trotzdem bleiben sie oft unbekannt oder sogar unsichtbar, besonders jene Arten, die in unseren Wiesen und Feuchtgebieten leben. Der Vortrag öffnet den Blick auf diese verborgene Welt und zeigt, warum Pilze im Offenland zu den spannendsten und empfindlichsten Bewohnern unserer Natur gehören. Im Mittelpunkt stehen die farbenprächtigen CHEGD- Pilze: Saftlinge, Keulenpilze, Erdzungen und andere seltene Arten, die wie kaum eine andere Gruppe anzeigen, wie intakt eine Wiese wirklich ist.

Gerd Schlieper, Abteilungsleiter des Futterhofs im Tiergarten Nürnberg nimmt die Gäste am 10. Dezember 2026 schließlich in die Aufgaben seines umfassenden Verantwortungsbereichs mit: „Die Futtermeisterei im Tiergarten“. Die ist nicht allein für Futter zuständig. Der Futterhof ist für die eigene biozertifizierte Landwirtschaft und neben den Bäumen im Tiergarten auch für die Wälder der Stadt Nürnberg zuständig. Und weil dies alles auch mit Maschinen verbunden ist, gehört der Fuhrpark auch zu den zentralen Aufgabengebieten. Was so alles im Futterhof passiert, was hinter den Kulissen abläuft und wo der Futterhof darüber hinaus für die Stadt in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit unterwegs ist, erläutert er in seinem Vortrag.