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Änderungen im Tierbestand

Kleine Pinguine werben für ihren Lebensraum

Sieben auf einen Streich: Im Tiergarten der Stadt Nürnberg werden bei den Pinguinen derzeit sieben Jungvögel aufgezogen. Damit ist die Kolonie der Humboldtpinguine, einer kleinen Pinguinart mit einer Größe von etwa 65 Zentimetern, auf 27 Tiere angewachsen. Die Vögel schlüpften zwischen Ende März und Ende Juni 2015. Jungpinguine haben eine lange Nestzeit und werden von den Elterntieren etwa drei Monate in der Höhle gefüttert. Doch auch nach dem Verlassen der Höhle füttern die Altvögel ihre Jungen weiter.

Humboldtpinguine sind in Chile und Peru beheimatet. Die Bestände dort nehmen rasch ab, die Art gilt deshalb nach Einschätzung der Weltnaturschutzunion (IUCN) als gefährdet. Wie viele Meeresbewohner leiden die Pinguine unter der Plastikverschmutzung und der Überfischung der Weltmeere. Gemeinsam mit der im Tiergarten Nürnberg angesiedelten Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha informiert der Tiergarten im Blauen Salon (an der Delphinlagune) über „Mikroplastik. Ein unsichtbare Gefahr?". Die interaktive, auch für Kinder gut geeignete Ausstellung erklärt die Gefahren für Meerestiere und Menschen durch Plastikmüll in den Meeren. Sie zeigt auch, dass jeder einzelne Möglichkeiten hat, weniger Mikroplastik zu verursachen.

Durch die Überfischung der Weltmeere wird auch für Pinguine der Futterfisch knapp. Seit September 2013 verfüttert der Tiergarten Nürnberg nachhaltig gefangenen Fisch, zertifiziert nach dem Standard des Marine Stewardship Councils (MSC), an Pinguine, Robben und Delphine. Damit setzt der Zoo auf Nachhaltigkeit, auch beim Futterfisch.

Die kleinen Pinguine im Tiergarten Nürnberg schlüpften im Laufe des Frühlings. Fred, der Älteste, wurde am 25. März geboren, die Geschwister Molly und Gustav am 16. und 14. April. Paula und ihr Nestgeschwister kamen am 12. und 8. April 2015 zur Welt. Im Stall beziehungsweise in der Bruthöhle leben die beiden jüngsten Vögel, die am 9. und 26. Juni 2015 geboren wurden. Noch ist nicht das Geschlecht aller Jungpinguine bekannt. Zur Bestimmung wird genetische Information an den Federkielen analysiert.

Inzwischen leben fünf der Jungvögel im Aquapark auf der Anlage. Sie schwimmen, nehmen Fisch aus der Hand der Pfleger und fressen auch schon den Futterfisch aus dem Wasser. Diese jungen Tiere sind gut an ihrem Jugendgefieder, das sie noch bis zum Ende ihres ersten Lebensjahrs tragen werden, zu erkennen. Den kleinen Pinguin Gustav zogen die Tierpflegerinnen und Tierpfleger im Aquapark nach einem Monat im Nest mit der Hand auf. Er hat seiner jüngeren Schwester Molly kaum genug Futterfisch übergelassen. Durch die Erfahrungen im elterlichen Nest ist Gustav nicht auf die Menschen geprägt, hat aber auch keine Scheu vor den Pflegern.

Humboldtpinguine werden erst mit etwa vier Jahren geschlechtsreif und können bis zu 30 Jahre alt werden. Die Vögel sind sehr gesellig und leben gerne in großen Kolonien. Die moderne Pinguinanlage im Aquapark des Tiergartens Nürnberg bietet viel Platz und so werden die sieben Jungvögel voraussichtlich auch als erwachsene Tiere in Nürnberg bleiben.