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Änderungen im Tierbestand

Blauschafe als neue Tierart im Tiergarten

Im Tiergarten ist ab sofort eine neue Tierart zu sehen: Im mittleren Abschnitt, wenige Meter hinter Affenhaus und Delfinarium, haben acht Blauschafe (Pseudois nayaur) eine neu gestaltete Anlage bezogen. Die drei Männchen und fünf Weibchen stammen aus dem Bergzoo Halle. Perspektivisch sollen sie mit den Mishmi-Takinen (Budorcas taxicolor) vergesellschaftet werden, die aktuell im Nachbargehege leben. Mit dem Einzug der Blauschafe hat der Tiergarten eine weitere Anlage des neuen Asien-Schwerpunkts in Betrieb genommen.

Blauschafe leben im Himalaya-Gebirge in Höhen von bis zu 5.500 Metern. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft die Art aktuell als nicht gefährdet ein. Für den Fall, dass die Bestände in der Natur abnehmen, soll allerdings eine selbsterhaltende Zoopopulation aufgebaut und erhalten werden. Deshalb gibt es für die Art ein Erhaltungszuchtprogramm des Europäischen Zooverbands (EEP), an dem sich auch der Tiergarten beteiligt.

Zentrale Rolle im Ökosystem des Himalaya-Gebirges

Trotz ihres Namens und des Aussehens sind Blauschafe keine Schafe, die Art ist näher mit den Ziegen verwandt. Blauschafe leben in Herden, die bis zu 300 Einzeltiere umfassen können. Während der Nahrungssuche halten immer einige Tiere Ausschau nach Feinden wie dem Schneeleopard. Für ihn zählen Blauschafe zu den wichtigsten Beutetieren, weshalb die Huftiere eine zentrale Rolle im Ökosystem des Himalaya-Gebirges einnehmen.

Neu gestalte Anlage als künftige Wohngemeinschaft

Die Anlage der Blauschafe wurde in den letzten Jahren komplett umgebaut und neugestaltet. Früher waren hier die Guanakos untergebracht, die vor den Bauarbeiten in den Kinderzoo umgezogen sind. Das Gehege der Blauschafe soll mit dem der Mishmi-Takine zusammengelegt werden. Die beiden Anlagen können miteinander verbunden werden, sodass den Tieren dann insgesamt eine Fläche von knapp 4.500 Quadratmetern zur Verfügung steht. Beide Arten gehören zu den Ziegenartigen und kommen im selben Lebensraum vor. Die Vergesellschaftung bereichert den Alltag der Tiere, sorgt für Abwechslung und bietet außerdem ein spannendes Bild für Besucherinnen und Besucher.

Unterstützung durch Verein der Tiergartenfreunde

Beim Bau und bei der Gestaltung der neuen Anlage arbeiten Tiergarten-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter aus den Abteilungen Landschaftsgestaltung, Technik und Tierpflege sowie Biologinnen und Biologen eng zusammen. Die Kosten für den Umbau betrugen rund 700.000 Euro und werden vollständig vom Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg e. V. getragen.

"Mit dem Umbau und der Erweiterung der Anlage können wir den Lebensraum der Himalaya-Bewohner besser nachbilden. Dazu gehören eine üppige Bepflanzung und eine höhere Strukturvielfalt", sagt Dr. Dag Encke, Direktor des Tiergartens. So wurden mit Buntsandsteinen felsige Bereiche geschaffen und mit zahlreichen Rhododendren, Azaleen und Lärchen die nasskalten, bewaldeten Hochgebirgszonen Zentralasiens nachgebildet. Auch ein Wassergraben, ein Bachlauf und mehrere Sandflächen sind Teil der neuen Anlage.

Zentraler Bestandteil des Projekts ist auch ein neuer rund 100 Quadratmeter großer Stall aus unbehandeltem Massivholz. Dort sind aktuell die Blauschafe untergebracht, künftig ist er für die Takine vorgesehen.

"Beim Umbau des Geheges haben wir auch das Besuchserlebnis in den Blick genommen. So können Tiergartengäste beispielsweise über eine kleine Nische im unteren Bereich näher an die Tiere herankommen und einen ungestörten Blick auf die Anlage genießen", so Dr. Encke.

Teil des neuen Asien-Schwerpunkts

Die Anlage ist Teil des neuen Asien-Schwerpunkts und gehört zum Bauprojekt der sogenannten Mittelspange. In diesem mittig gelegenen Teil des Tiergartens werden in den nächsten Jahren die bestehenden Gehege neugestaltet und teilweise miteinander verbunden. Künftig werden dort überwiegend bedrohte asiatische Tierarten leben, die in unterschiedlichen Konstellationen gehalten und teilweise miteinander vergesellschaftet werden.

Über dem Gesamtprojekt steht das Motto: "Reichswald von morgen und Tiere von gestern". Dahinter steht die Tatsache, dass sich die Vegetation im Reichswald durch den Klimawandel stark verändern wird. Der Umbau basiert deshalb auf dem Zusammenspiel von Tieren und Pflanzen. Es werden verschiedene Lebensraumtypen Asiens präsentiert und auch bei der Bepflanzung kommen überwiegend asiatische Arten zum Einsatz.

"Mit der Takin- und Blauschafanlage ist nun der Anfang des neuen Asienbereichs fertiggestellt, der mit den tropischen Visayas-Pustelschweinen an der oberen Nashornanlage endet. Im mittleren Bereich, zum Beispiel an der ehemaligen Wapiti-Anlage, wird weiter schwer gearbeitet", sagt Dr. Encke.