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Aktuelles aus dem Tiergarten

2018: Tiergarten Nürnberg verbessert Jahresergebnis erneut

Das Jahr 2018 war mit 1.186.352 Besuchen (2017: 1.135.515) wieder das drittbeste Jahr in der Geschichte des Tiergartens (stärker waren nur das „Flockejahr“ 2008 und das Jahr der Eröffnung der Lagune 2011). Mit einer Verbesserung von 4,5% gegenüber dem Vorjahr und 9,5% bezogen auf den Fünf-Jahres-Durchschnitt (1.082.966 Besuche) wurde ein hervorragendes Ergebnis erzielt. Es zeigte sich, dass weder die erstmals seit sieben Jahren erhöhten Eintrittspreise noch der Hitzesommer 2018 die Zahl der Besuche im Ergebnis beeinträchtigten.

Die feste Zustimmung zum Tiergarten als Erholungs- und Bildungs­einrichtung zeigte sich 2018 erneut an der weiter gestiegenen Zahl der verkauften Dauerkarten von 9.698 (2017: 8.438), das ist ein Plus von 15% gegenüber 2017.

Auch im Förderverein „Tiergartenfreunde Nürnberg e.V.“ stieg die Zahl der Mitgliedschaften, hinter denen zumeist mehr als eine Person stehen, weiter. Bis Ende Dezember 2018 (31.12.2018) zählte der Verein 3.753 Mitgliedschaften (31.12.2017: 3.502) und verzeichneten damit einen Zuwachs von 7,2%. Darunter sind 129 einfache Mitgliedschaften. Bei den übrigen Mitgliedschaften ist eine Dauerkarte in den Tiergarten in der Mitgliedschaft enthalten: dies beinhaltet 1.390 Familien-/Großelternmitgliedschaften, 1.555 Zwei-Personen-Mitgliedschaften, 598 Ein-Personen-Mitgliedschaften und 70 Kindermitgliedschaften und 11 Firmenmitgliedschaften (mit drei Personen je Besuch). Insgesamt verbergen sich dahinter weit über 8.000 Einzelpersonen (8.676 bei 3,5 pro Familie).

Tierbestand und Artenschutz
Der Tierbestand erreichte 2018 zum Jahresende 5.208 Tiere (2017: 4.649) aus 312 Arten (2017: 308), davon 228 Wirbeltierarten (2017: 221) mit 2.836 Individuen (2017: 3.020).

Zu den bedeutenden Veränderungen im Tierbestand zählen unter den Zugängen ein männlicher Gorilla aus Valencia (E), drei Weißgesichts-Sakis aus Chester (UK), ein Pärchen Asiatischer Löwen aus Aalborg (DK) und Jerez (E), ein Przewalskipferd aus Tennenlohe, zwei Jungfernkraniche aus Bojnice (SK) und ein Pärchen Europäischer Luchse aus Liberec (CZ). Auf die Veränderungen durch den Bau des Wüstenhauses wird bei einem gesonderten Pressetermin genauer eingegangen.

Abgegeben wurden u. a. zehn Totenkopfaffen an die Zoos von Port Lympne (UK) und Basel (CH), zwei Hyazinth-Aras an Wuppertal und Bojnice (SK), acht Rosa Pelikane an Richmond (USA), zwei Chileflamingos und zwei Rote Flamingos an Rostock, acht Steinhühner an die Zoos von Innsbruck (A), Pilsen (CZ), Dortmund und Olching, drei Veilchenorganisten an Leipzig, sechs Türkistangare an Bern (CH), sowie zwei Sperbereulen an den Zoo in der Wingst.

Als Nachzuchten sind neben den Arten, deren Nachwuchs abgegeben werden konnte, besonders noch vier Schwimmwühlen, ein Weißgesichts-Saki und als echte Sensation die Neugründung einer Kolonie bei den Blattschneiderameisen hervorzuheben. Zu einem Generationswechsel kam es durch die Todesfälle einiger Tiere in sehr hohem Alter. Darunter waren die Gorillas Fritz und Bianka, der Delphin Moby, die Giraffe Lilli und das Pärchen der Löwen. Todesfälle bei Vögeln verursachte auch das aus Afrika stammende, tropische Usutu-Virus, das vor Jahren erstmals nach Mitteleuropa eingeschleppt und hier unter dem Begriff „Amselseuche“ bekannt wurde. Neben Verlusten bei mehreren Arten unter den freifliegenden, einheimischen Vögeln wie Amsel, Kleiber, Haussperling und Blaumeise betraf das Virus einen Flamingo, zwei Bartkäuze, eine Alpenkrähe und auch einen Tannenhäher.

Aus dem Bereich Artenschutz, zu dem auch Bildung, Forschung und Erhaltungszucht zählen, sind Bestandssicherungen und Wiederansiedelungen von Zootieren in der Natur, oft verbunden mit dem dadurch erreichten Schutz des Lebensraumes, eine wichtige Aufgabe. Die Beteiligungen des Tiergartens Nürnberg bei der Wiederansiedelung von Habichtskäuzen im Wildnisgebiet Dürrenstein (A), bei den Steinböcken im Naturpark Zillertal (A) und bei den Wisenten in Spanien sind bereits Routine. Neu ist die Beteiligung an der Wiederansiedelung der Waldrappe bei Jerez in Spanien. Für die N-ERGIE übernimmt der Tiergarten auch zukünftig die ökologische Bewirtschaftung der Wiesen im neu, auf Bitten des Nürnberger Stadtrats von der Regierung von Mittelfranken ausgewiesenen Naturschutzgebiet Pegnitztal Ost.

Forschung
Im Verlauf des Jahres 2018 wurden die Untersuchungen bei der Großen Tümmler Population fortgeführt. Zwei wichtige wissenschaftliche Publikationen zur Genetik, aber auch zum Sozialverhalten dieser Population wurden veröffentlicht.

Yaqu Pacha: Im Einsatz für den Artenschutz
Der Tiergarten Nürnberg war auch 2018 in Kooperation mit der im Tiergarten beheimateten Artenschutzgesellschaft für Meeressäugetiere in Südamerika, Yaqu Pacha, sehr aktiv im Bereich Forschung und Artenschutz.

Im Februar 2018 unterstützte Yaqu Pacha e.V. die Organisation Instituto Boto Cinza finanziell, die beim größten Delphinsterben der vergangenen Jahrzehnte in Brasilien aktiv waren. Nicht nur die Bergung der toten Tiere (Sotalia guianensis), sondern vor allem die Untersuchung der Todesursache der Tiere nahmen Monate in Anspruch. Es zeigte sich, dass die Tiere an einer Morbillivirus-Infektion gestorben sind.

Beim Internationalen Symposium „Forschung und Artenschutz in Südamerika“ (ISFAS 2018) der Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha und des Tiergartens im Juni 2018 trafen sich 93 Meeresforscher. Der renommierte Meeresbiologe Prof. Dr. Daniel Pauly hielt den Hauptvortrag zum Thema „Shifting Baselines: Impacts of Fisheries and Climate Change on the World’s Marine Ecosystems“.

Bereits zum sechsten Mal unterstützte Yaqu Pacha im November 2018 die Organisation SOLAMAC bei der Realisierung der wichtigsten Tagung für Spezialisten Aquatischer Säugetiere in Lima, Peru. Zwei wichtige Arbeitstreffen (Meeresotter/Manties) hat Yaqu Pacha finanziell unterstützt.

Vom 14. bis 18. Dezember 2018 trafen sich 37 Experten für Meeressäugetiere aus 14 Ländern auf Einladung des Tiergartens und der Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha, um auf dem Symposium Ex-Situ Options for Cetacean Conservation (ESOCC) zu diskutieren. Konkret ging es darum, ob, wann und wie Ex-situ-Maßnahmen für den Erhalt bedrohter Kleinwale (Delphine und Schweinswale) getroffen werden können. An den drei Tagen intensiver Arbeit wurde unter anderem die Gefahren und Probleme besprochen, die letztendlich zur Ausrottung des Jangtze-Fluss-Delphins (dem Baiji) in China und des kurz vor dem Aussterben stehenden Vaquita-Schweinswals in Mexiko geführt haben.

Lernen im Zoo
Insgesamt wurden im Jahr 2018 von der Abteilung Zoopädagogik 16.472 Teilnehmende (2017: 14.920) in 1.412 Führungen (2017: 1.384) über Zoothemen informiert und mit Zoowissen ausgerüstet.

Die zoopädagogische Arbeit im Tiergarten Nürnberg fußt als Angebot zur Bildung für nachhaltige Entwicklung auf den Führungen der Zooschule und der Zoobegleiter („Besondere Augenblicke“). Die Zoopädagogen betreuten im Rahmen von Führungen für Schulklassen und Kindergärten, bei Übernachtungen im Blauen Salon, Zeltlagern und dem Zoo-Schullandheim insgesamt 7.360 Teilnehmende (2017: 6.099) in 336 Führungen (2017: 272). Allein im Kindergartenalter erreichte die Zoopädagogik 2018 bei 57 Führungen 1.064 Kinder (2017: 1.074  Kinder bei 55 Führungen).

2018 blieb die Zahl der durch die Zoobegleiterinnen und Zoobegleiter durchgeführten Führungen mit 1.076 Führungen (2017: 1.135) mit 9.112 Teilnehmenden (2017: 9.539) nur geringfügig unter dem Vorjahresergebnis. Herausragend war in 2018 die Nachfrage nach Abendführungen: es wurden 173 Führungen mit insgesamt 2.774 Teilnehmenden und damit 11,6% mehr durchgeführt als im Vorjahr (2017: 155 Führungen mit 2.357 Teilnehmenden).

Mitarbeiter des Tiergartens schulten Personal der Zollbehörden im Artenschutz und der Feuerwehren im Umgang mit Tieren. Bei etwa 30 Vorträgen im Naturkundehaus in Kooperation mit dem Landesbund für Vogelschutz und dem Bund Naturschutz erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer Wissenswertes aus dem Bereich Natur- und Artenschutz.

Am Sonntag, 29. Juli 2018, bot Zoopädagoge Christian Dienemann im Tiergarten anlässlich des Christopher Street Days erstmals Sonderführungen zum Thema „Homosexualität im Tierreich – Ein Streifzug durch den Tiergarten“ an. Die Manfred-Roth-Stiftung fördert die zoopädagogische Arbeit des Tiergartens der Stadt Nürnberg und am 21. Dezember 2018 übergab der Stiftungsvorstand dem Tiergarten einen entsprechenden Scheck. Der Tiergarten lobt ein Semester-Stipendium aus, um ein neues fünftägiges umweltpädagogisches Programm zu konzipieren und zu erproben. Das Programm zielt darauf ab, "Stadtkindern" zwischen acht und zwölf Jahren in den Ferien die Umwelt durch tiergestützte Naturbegegnung im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) nahezubringen.

Nachhaltigkeit
Nachdem die gastronomischen Pachtbetriebe im Tiergarten bereits zu Pfingsten 2018 To-Go-Becher durch das bundesweite Pfandsystem Recup ersetzt haben, startete am 1. August 2018 das ReCup-System für ganz Nürnberg im Tiergarten mit einem eigenen Nürnberg-Becher.

Futterbedarf
Die Tiere im Tiergarten Nürnberg hatten auch in 2018 einen äußerst vielfältigen und reichlichen Nahrungsbedarf. Die Futtermittel-Statistik erfasst Obst wie 7 to Äpfel, 220 Ananas, 1,8 to Bananen, 600 kg Orangen, 7.700 Kiwi, außerdem Gemüse wie 10 to Fenchel, 620 kg Broccoli, 2 to Chinakohl, 32,2 to Karotten, 12.000 Köpfe Salat, 9.400 Köpfe Endiviensalat, 3 to Paprika, 1,7 to Kartoffeln, 8,7 to Rote Rüben und beinhaltet neben 4.320 Eier, 20,5 to Fleisch, davon etwa 70 Rinder und Eigenversorgung durch Zootiere und 66 to Fisch sowie 720 kg Garnelen, wie auch 62.000 Küken, 15.500 Mäuse und 3.500 Ratten auch Grillen, Mehlwürmer, Obstfliegen und Quark.

Unter den selbst angebauten Futtermitteln spielten 55 to Runkelrüben (Eigenanbau in Mittelbüg) und 144 to Heu (90% aus eigenem Anbau) wieder eine bedeutende Rolle in der Gesamtversorgung. Zusätzlich wurden auf Gut Mittelbüg 700 to Grünfutter, 5 to Grünmais, 8 to Weizen, 4 to Hafer angebaut und 71 Silage-Ballen gewonnen. Neben 17,7 to Kraftfutter für Wildtiere wurden 530 kg Salzlecksteine eingekauft.

Tierpatenschaften
2018 konnte im Bereich der Tierpatenschaften durch insgesamt 874 Tierpaten (2017: 812) eine Spendensumme von 161.930 Euro (2017: 138.365 Euro) eingesammelt werden. Die Spendensumme stieg damit um 17%. 505 Tierpaten (58% aller Paten) setzten ihre Tierpatenschaft nach einem Jahr fort. Auch als Weihnachtsgeschenk waren die Tierpatenschaften beliebt. Allein der Dezember schloss 2018 mit 25.060 Euro mit einem Plus von 5.330 Euro gegenüber dem Vorjahr ab.

Öffentlichkeitsarbeit
2018 lud der Tiergarten Medienvertreter zu acht Presseterminen ein und veröffentlichte entsprechende Tiergartenmitteilungen (2017: 13 Termine). Hinzu kamen 56 Tiergarteninformationen (2017: 57) und 17 Internetkommunikationen (2017: 17). Im Durchschnitt wandte sich der Tiergarten mit diesen insgesamt 81 (2017: 87) Veröffentlichungen mindestens einmal wöchentlich an die interessierte Öffentlichkeit.

Der Bayerischen Rundfunk produzierte eine dreiteilige radioDoku über Gorilla Fritz vor dem Hintergrund der Entwicklung der Zootierhaltung über die lange Lebensspanne des Gorillamanns hinweg. Die Erstausstrahlung war im Juli 2018. Die Sendung ist als podcast weiterhin abrufbar.

Im April und November 2018 veröffentlichte der Tiergarten je eine Ausgabe der Tiergartenzeitung (Nr. 16 und Nr. 17) , das ist eine zwölfseitige Beilage der lokalen Tageszeitungen mit einer Auflage von ca. je 205.000 Exemplaren. Im Fokus der Maiausgabe stand der Einsatz von Zoowissen für den Artenschutz. Alle Ausgaben der Tiergartenzeitung sind auf der Internetseite des Tiergartens abrufbar.

2018 wurde der Tiergarten Nürnberg von dem Onlinereiseportal „tripadvisor“ zum achten Mal in Folge mit dem Zertifikat für Exzellenz ausgezeichnet. 63% der 970 Reisenden, die den Tiergarten bis Ende 2018 auf Tripadvisor bewertet haben, finden ihn „ausgezeichnet“. Insgesamt hat der Tiergarten 4,5 von 5 Sternen erreicht. Wenngleich die meisten Bewertungen auf Deutsch verfasst sind, weisen die verschiedenen Sprachen auf eine umfangreiche Internationalität der Tiergartenbesucher hin. Häufig vorkommende Sprachen sind Englisch, Italienisch und Russisch (in abnehmender Reihenfolge).

In 2018 entwickelten sich die Kennzahlen zum Internetauftritt des Tiergartens Nürnberg unter www.tiergarten.nuernberg.de allesamt positiv. Für 2018 (01.01.2018 - 31.12.2018) wurden 3.603.316 Seitenansichten (2017: 3.291.585), davon 2.757.003  einmalige Seitenansichten (2017: 2.519.188) und 872.496 Besuche (2017: 783.463) gezählt. In den sozialen Netzwerken verzeichnete die Facebookseite des Tiergartens am 31. Dezember 2018 genau 40.728 „gefällt mir“-Angaben („likes“) (31.12.2017: 38.353 likes) und damit ein Plus von gut 6%. Am 31.12.2018 wurde die Facebookseite des Tiergartens von 39.738 Nutzerinnen und Nutzern abonniert (31.12.2017: 37.040 Nutzer) und damit von 7,3% mehr Abonnenten als im Vorjahr. Die meisten Facebook-Fans des Tiergartens sind zwischen 25 und 35 Jahre alt, weiblich und als deutschsprachig registriert. Weitere Sprachen sind (in abnehmender Stärke) Englisch, Tschechisch, Rumänisch, Ungarisch, Arabisch, Polnisch, Italienisch, Griechisch, Türkisch, Französisch, Bulgarisch, Spanisch, Kroatisch, Russisch und Holländisch.

Der dritte Tiergartenlauf am 8. Juni 2018 war ein großer Erfolg. 705 Meldungen gab es, 625 Läuferinnen und Läufer finishten ihre jeweilige Distanz. Zwei oder drei Runden zu je 3,3 Kilometer und je 66 Höhenmetern galt es zu bewältigen. Die Begeisterung von Läuferinnen, Läufern und Zuschauenden war überwältigend.

Bei den Ausstellungen 2018 im Naturkundehaus im Tiergarten blieben besonders die Bilder der Nürnberger Malerin Georgine Röder im Juli und der Fürther Künstlerin Corinna Smok von September bis November in Erinnerung.