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Pro Baby ein Baum: Mehr als 5.000 Setzlinge für Nürnberger Neugeborene

Das Waldgebiet "Klingenfeld" im Nürnberger Süden ist um 5.031 Bäume reicher: Für jedes Baby, das im Jahr 2022 in Nürnberg zur Welt kam, pflanzte die Stadt Nürnberg einen Baum. Bei der Auswahl der Bäume wählte der Tiergarten als Forstbetrieb der Stadt insbesondere solche Arten, die mit den Herausforderungen des Klimawandels gut zurechtkommen. Die Aktion "Pro Baby ein Baum" gibt es nun das dritte Jahr in Folge. In den vergangenen beiden Jahren pflanzte die Stadt in Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten insgesamt mehr als 10.700 Bäume für die Jahrgänge 2021 und 2020.

"Mein Versprechen war: Pro Baby ein Baum – und dieses Versprechen hält die Stadt Nürnberg bereits zum dritten Mal in Folge ein. Je mehr Babys geboren werden, desto mehr Bäume werden gepflanzt. Für eine gute Zukunft für unsere Kinder und Enkel", sagt Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König. Er erläutert: "Die Wälder in und um Nürnberg sind attraktive Naherholungsgebiete, wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen und essentiell für unser Klima. Dieses hohe Gut gilt es zu erhalten und zu schützen. Wir müssen dafür sorgen, dass auch die nachfolgenden Generationen in einer lebenswerten Welt mit intakten Ökosystemen aufwachsen können. Mit den inzwischen mehr als 15.700 Bäumen für unsere Jüngsten können wir hier einen wichtigen Beitrag für Nürnberg leisten", betont Oberbürgermeister Marcus König.

Wälder für den Klimawandel wappnen

"In diesem Sommer wurden auf der ganzen Welt ein weiteres Mal Hitzerekorde geknackt. Wir müssen uns zunehmend auf solche Wetterextreme einstellen und unsere Wälder fit für den Klimawandel machen. Deshalb bauen wir gemeinsam mit dem Tiergarten als städtischen Forstbetrieb, der für mehr als 220 Hektar Wald zuständig ist, und unseren Partnern die Wälder systematisch um. Die Geburtenbäume sind hier ein wichtiger Baustein", erläutert Bürgermeister Christian Vogel.

Stellvertretend für alle Nürnberger Babys, die 2022 zur Welt kamen, haben heute sechs Familien mit ihren Kindern die letzten Bäumchen gepflanzt.

Die 5.031 Bäume wurden alle auf einer zusammenhängenden, etwa 1,3 Hektar großen Fläche bei Reichelsdorf im Süden Nürnbergs eingebracht. Der Tiergarten pflanzte dabei rund 20 verschiedene Arten, darunter bewährte heimische und wärmeliebende Baumarten wie Traubeneiche, Elsbeere, Speierling, Walnuss und Vogelkirsche sowie klimastabile Zukunftsbaumarten wie die Esskastanie. So können die in Stadtnähe stehenden neuen Geburtenbäume auch in diesem Jahr zum Waldumbau beitragen. Sie sind damit Teil der "Baum­ und Waldstrategie für die Stadt Nürnberg", die viele Partner gemeinsam erarbeitet haben und die sich aktuell in der Umsetzung befindet.

"Um unsere Wälder für den Klimawandel zu wappnen, müssen wir jetzt Bäume pflanzen, die sowohl Spätfröste ertragen als auch noch trockenere und heißere Sommer aushalten. Unsere forstlichen Maßnahmen sollen letztlich mehrere Ziele erfüllen: Die Erholungsfunktion des Walds bewahren, das Ökosystem mit seinen Kreisläufen intakt halten sowie die nachhaltige Holzproduktion sicherstellen. Und das alles in der Dynamik des Klimawandels. Dieses Vorhaben gelingt uns nur mit engagierten und verlässlichen Partnern", unterstreicht Jörg Beckmann, stellvertretender Direktor des Tiergartens und Biologischer Leiter.

So stimmte sich der Tiergarten bei der Planung, der Auswahl der Baumarten und der Pflanzstruktur eng mit dem Umweltamt der Stadt Nürnberg und dem Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth­-Uffenheim ab.

Erstaufforstung mit mehrfachem Nutzen

Die Erstaufforstungsfläche bei Reichelsdorf wurde bis zu diesem Sommer landwirtschaftlich genutzt. Neben der Pflanzung der Geburtenbäume nutzt der Tiergarten die Fläche auch für weitere Aufforstungsmaßnahmen: Am nördlichen Rand ist ein Waldmantel mit niedrigeren Bäumen und Sträuchern entstanden und es wurden zwölf sogenannte Nelderräder gepflanzt. Dabei handelt es sich um eine innovative Form der Baumpflanzung: Das Pflanzschema folgt der Form eines Rads und hat einen Durchmesser von etwa 14 Metern. Auf dieser Fläche werden auf sparsame und dennoch effektive Weise 33 Setzlinge verteilt.

Auf der gesamten Fläche säte der Tiergarten außerdem eine Blühwiese an. Sie bietet einerseits einen ökologischen Mehrwert, indem sie zum Beispiel als Nahrungsquelle und Rückzugsort für Insekten dient, andererseits soll sie die konkurrierende Vegetation in den ersten Jahren zurückdrängen.

Um Wildverbiss zu verhindern, wird die Fläche für einige Jahre eingezäunt. Ein Teil soll auch für Spaziergänger mit Hund zugänglich sein. Ziel dabei ist es, einen Mehrwert der Fläche zu schaffen und mögliche Konfliktfelder zwischen Hundehaltern, Forst, Jagd, Naturschutz und Erholungssuchenden abzumildern.