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Europäische Erhaltungszuchtprogramme

Der Tiergarten nimmt mit mehr als 30 Arten an Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) teil und koordiniert die EEPs für Seekühe und Schabrackentapire. Darüber hinaus beteiligt er sich an weiteren 32 Arten an den weniger strikt koordinierten Europäischen Zuchtbüchern (ESB).

Ziele der EEPs ist es, dauerhaft sich selbst erhaltende Populationen der jeweiligen Arten aufzubauen bzw. zu erhalten, um nicht auf Naturentnahmen angewiesen zu sein und um bei Bedarf Tiere zur Bestandsstützung bzw. zur Wiederansiedelung zur Verfügung stellen zu können.

Da über Eizellen bzw. Spermien immer nur der halbe Chromosomensatz an die kommende Generation weitergegeben wird, geht von Generation zu Generation Erbmaterial verloren. Abhängig von der Generationszeit der jeweiligen Arten ist daher eine Mindestanzahl an Individuen notwendig, um das Ziel, mindestens 90% der genetischen Vielfalt für die kommenden 200 Jahre zu erhalten, auch in der Praxis erreichen zu können. Da natürlichen Selektion im Zoo kaum stattfinden kann, und - im Gegensatz zur Haustierzucht - keine Auslese nach „Rassestandards“ erfolgen darf, muss nach Möglichkeit mit jedem Individuum gezüchtet werden.

Geeignete Lebensbedingungen für Wildtiere in Zoos zu schaffen, ist eine schwierige Aufgabe. Gut strukturierte Gehege, optimal ausgewogene Ernährung und eine tiermedizinische Versorgung gehören dazu. Unter solchen Voraussetzungen können die Tiere ihr natürliches Verhalten weitgehend beibehalten, was für eine spätere Auswilderung und das Leben in der Natur lebensnotwendig ist. In den letzten Jahren hat sich der Tiergarten aktiv an Wiederansiedelungsprojekten von Urwildpferden in der Mongolei, von Luchsen in Polen, Steinböcken und Bartgeiern in den Alpen und in Spanien sowie von Uralkäuzen im Nationalpark Bayerischer Wald, im Biosphärenreservat Wienerwald sowie im Wildnisgebiet Dürrenstein in Österreich beteiligt.